Seine Anhänger feiern ihn wie einen Heilsbringer

Artur Mas ist der Mann, der die Fahrt der rebellischen spanischen Region Katalonien Richtung Unabhängigkeit steuert. Der den Abschied vom spanischen Königreich zu seinem politischen Programm machte.

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Artur Mas ist der Mann, der die Fahrt der rebellischen spanischen Region Katalonien Richtung Unabhängigkeit steuert. Der den Abschied vom spanischen Königreich zu seinem politischen Programm machte. Und der sich nach seinem Wahlsieg, in dem die Unabhängigkeitsfront die absolute Mehrheit der Parlamentssitze im Regionalparlament eroberte, beflügelt sieht, dieses Werk nun auch möglichst schnell zu vollenden. «Wir lassen nicht locker», sagte der 59jährige Mas, seit 2010 Ministerpräsident der nordostspanischen Mittelmeerregion, nach der entscheidenden Wahlnacht. «Wir fühlen uns legitimiert, weiterzumachen.» Auch gegen den Widerstand der spanischen Zentralregierung, welche die Trennungspläne als verfassungswidrig ansieht. Und die alle Hebel in Bewegung setzen will, um die einseitige Abspaltung Kataloniens zu verhindern.

«Katalonien ist eine Nation»

Ob Mas, der schon immer gerne staatsmännisch und mit grossen Gesten auftrat, seinen politischen Traum einer «katalanischen Republik» beenden kann, steht in den Sternen. Nicht nur, weil Spaniens konservative Regierung gerade den gesetzlichen Weg bereitet, damit das spanische Verfassungsgericht den katalanischen Chefseparatisten absetzen und sogar wegen Rechtsbeugung ins Gefängnis stecken kann. Sondern auch, weil im katalanischen Parlament die Wiederwahl des Industriellensohnes zum neuen Ministerpräsidenten nicht gesichert ist. Denn die Unabhängigkeitsfront, welche aus der Liste «Junts pel Sí» (Gemeinsam für das Ja) und der linken Separatistenpartei CUP besteht, ist ein Zwangsbündnis, welches die Abspaltung eint, deren Parteien aber sonst weit auseinander liegen. So weit, dass CUP-Chef Antonio Baños bereits erklärte, auf Mas als Ministerpräsidenten künftig verzichten zu können. Im Wahlkampf jedoch ging es nur um eines: Die Unabhängigkeit. «Katalonien ist eine Nation. Wir wollen nicht länger Untertanen Spaniens sein», sagt Artur Mas gerne. Und wenn er dies auf Katalanisch ins Mikrophon ruft, feiern ihn seine Anhänger wie einen Heilsbringer. Wie kein anderer hat er es verstanden, den Katalanen neuen Stolz einzuimpfen. (ze)