Schulz ruft zu Solidarität auf

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Rom Der deutsche SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat bei einem Kurzbesuch in Italien eindringlich für eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in Europa geworben. Solidarität müsse wieder zum Grundprinzip in der EU werden. Einzelne besonders beanspruchte Länder wie Italien dürften nicht alleine gelassen werden, sagte Schulz gestern.

Wenn es etwa um die Finanzierung in der Landwirtschaft gehe, dann heisse es in Europa «Ja, bitte». «Aber wenn es um die Verteilung von Flüchtlingen geht, dann heisst es ‹Nein, danke›», beklagte Schulz. «Das ist kein Zustand, wie wir ihn langfristig akzeptieren können.» Eine Situation wie auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise in Europa 2015 dürfe sich nicht wiederholen.

Angesichts der Verweigerungshaltung osteuropäischer Länder wie Polen und Ungarn bei der Flüchtlingsaufnahme will Schulz im Fall seines Wahlsieges als Bundeskanzler dafür sorgen, dass EU-Mitgliedstaaten bei mangelnder Solidarität Einbussen bei Finanzhilfen aus Brüssel hinnehmen müssen. (sda)