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Schiffchen versenken auf Persisch: Iran liefert heimlich Öl an Syrien

Der Iran schaltet die Ortungssysteme seiner Tanker aus, um ihr Ziel geheimzuhalten. Die USA wollen nicht mitspielen.
Michael Wrase aus Limassol
Plötzlich vor dem syrischen Hafen Taurus aufgetaucht: Der iranische Supertanker Adrian Darya 1 hat eine politisch brisante Ladung an Bord. Bild: Jon Nazca/Reuters (19. August 2019)

Plötzlich vor dem syrischen Hafen Taurus aufgetaucht: Der iranische Supertanker Adrian Darya 1 hat eine politisch brisante Ladung an Bord. Bild: Jon Nazca/Reuters (19. August 2019)

Zuerst machte es «Silvia», ihr folgte «White Shark 1» und schliesslich auch noch «Adrian Darya 1»: Alle drei iranischen Öltanker schalteten auf dem Mittelmeer plötzlich ihre Ortungssysteme aus und verschwanden vom Radar. Und alle drei Tanker tauchten vor dem syrischen Hafen Tartus wieder auf – gestern auch der Supertanker Adrian Darya 1, der unter dem Namen «Grace 1» diesen Sommer sechs Wochen lang vor Gibraltar festgehalten wurde. Die Freigabe der «Grace 1» erfolgte am 15. August, nachdem Teheran versichert hatte, das geladene Öl nicht nach Syrien zu verkaufen.

Der Iran, glaubten Beobachter damals, wolle die EU-Sanktionen umgehen und dem syrischen Herrscher Baschar al-Assad dringend nötiges Öl liefern. Der Verdacht scheint sich zu bestätigen.

US-Aussenminister Mike Pompeo betonte, er habe schon immer davor gewarnt, dass den Zusicherungen der iranischen Diplomatie nicht zu trauen sei. Seine Regierung betrachtet die «Adrian Darya 1» als «Eigentum» der iranischen Revolutionsgardisten, die von Washington als Terrororganisation eingestuft werden.

Kauft unser Öl, sonst reichern wir Uran an

Eine erneute Festsetzung des Tankers ist jetzt aber nicht mehr möglich, weil Tartus und andere syrische Häfen zum Einflussgebiet Russlands gehören. Die russische Kriegsmarine hat vor der syrischen Küste mehrere Fregatten stationiert. Eine Konfrontation will niemand riskieren.

Ein «Erfolg» für das Regime in Teheran ist die Ankunft der «Adrian Darya 1» vor der syrischen Küste trotzdem nicht. Denn nach dem Bruch der in Gibraltar gemachten Zusicherungen haben die Iraner ein Glaubwürdigkeitsproblem. Die Gespräche zur Lösung des Atomstreits dürften dadurch nicht leichter werden.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen hatte der Iran eine tägliche Ölexportquote vom 750 000 Barrel verlangt, um den wirtschaftlichen Schaden der Sanktionen einzuschränken. Nur dann will sich Iran wieder an das vertraglich erlaubte Limit zur Urananreicherung halten. Iranischen Medienberichten zufolge hat die EU dem Regime zugesichert, für 15 Milliarden Öl zu kaufen. Iran lehnte das Angebot zunächst aber ab.

Der französische Aussenminister Jean-Yves le Drian bestätigte entsprechende Gespräche mit Iran. Voraussetzung dafür seien amerikanische Ausnahmegenehmigungen zum Verkauf von iranischem Rohöl an Indien, Japan, China und Korea. Dass die USA dieser Regelung zustimmen, scheint nach den jüngsten Täuschungsmanöver Irans fraglich. Die Zeichen stehen auf Sturm.

Als «Zeichen des guten Willens» hat Iran gestern 7 der 23 Besatzungsmitglieder des britischen Tankers Stena Impero freigelassen. Der Iran hatte das Schiff im Juli als Reaktion auf die Festsetzung der «Adrian Darya 1» unter seine Gewalt gebracht. Der britische Tanker soll erst dann freigegeben werden, wenn die «Adrian Darya 1» unbeschadet aus Syrien zurückgekehrt ist.

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