Schadenersatz für Timbuktu

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Mali Für die Zerstörung von Weltkulturerbe im westafrikanischen Mali ist ein inhaftierter Dschihadist vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zur Wiedergutmachung in Höhe von 2,7 Millionen Euro verurteilt worden. Das Urteil gegen den Islamisten Ahmad Al Faqi al Mahdi gab der Gerichtshof gestern in Den Haag bekannt.

Die Richter hatten Al Mahdi bereits Ende September 2016 für seine massgebliche Rolle bei der Zerstörung jahrhundertealter religiöser Bauwerke in der Oasenstadt Timbuktu zu neun Jahren Haft verurteilt. Die Richter in Den Haag ordneten gestern in einer wegweisenden Entscheidung «individuelle, kollektive und symbolische» Reparationszahlungen an die Einwohner der Wüstenstadt an. Da der Malier die Summe nicht aufbringen kann, sollen die Zahlungen dem Urteil zufolge über einen dafür vorgesehenen Treuhandfonds geregelt werden.

Die Zuerkennung der Entschädigungen könnte Opfern ähnlicher Verbrechen, etwa im syrischen Palmyra, Hoffnung auf ähnliche Urteile geben. (sda)