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Saudis wollen «klare Verhältnisse» in Libyen

General Chalifa Haftar drängt mit seinen Truppen in die Hauptstadt Tripolis. Der Konflikt mit der international anerkannten Regierung spitzt sich zu. Auch ausländische Mächte mischen mit.
Michael Wrase, Beirut
Soldaten in Tripolis. (Bild: EPA, 8. April 2019)

Soldaten in Tripolis. (Bild: EPA, 8. April 2019)

Wie einst Diktator Muammar al Gaddhafi lässt auch Chalifa Haftar internationale Appelle zur Mässigung von sich abprallen. In einer gemeinsamen Erklärung hatten die G-7-Staaten am Wochenende den abtrünnigen libyschen General aufgefordert, seine Offensive auf die Hauptstadt Tripoli zu stoppen. In Libyen, mahnte der französische Aussenminister Jean-Yves Le Drian, werde es keinen militärischen Sieg geben. Das sieht der 75-jährige Haftar völlig anders. Bei seinen Bestrebungen, das ölreiche Land unter seine Führung zu bringen, steht der General nicht alleine da. Nach Informationen der BBC traf er sich erst in der vergangenen Woche in Riad mit dem saudischen König Salman und dessen Sohn Mohammed bin Salman, genannt «MBS». Letzterer soll seinen Wunsch nach «klaren Verhältnissen» in Libyen zum Ausdruck gebracht haben – was nicht als Aufruf zu einer diplomatischen Lösung interpretiert werden kann.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Ägypten haben in den letzten Jahren ganz massiv zur Aufrüstung von Haftars Libyscher Nationalarmee (LNA) beigetragen. Riad, Abu Dhabi und Kairo geht es vor allem darum, dass die mit dem sozialrevolutionären Gedankengut der Muslimbruderschaft sympathisierende Regierung des international anerkannten Ministerpräsidenten Fajes al-Sarradsch nicht die Oberhand gewinnt.

Saudi-Arabien und die Emirate wollen auch in Libyen einen Militärdiktator durchsetzen. Für dieses Ziel wurden sogar Söldner aus dem Tschad und dem Sudan verpflichtet, die Haftar auf seinem Vormarsch nach Tripolis unterstützen.

Soldaten demonstrieren Kampfbereitschaft

«Sie können Libyen nur dann wirklich beherrschen, wenn sie die Hauptstadt kontrollieren. Denn dort ist das Geld und lebt der grösste Teil der Bevölkerung», sagt der am holländischen Clingendael-Institut arbeitende Politologe Jalel Harchaoui. Haftars Absicht wolle neue Tatsachen schaffen und sie dann politisch zu seinem Vorteil instrumentalisieren.

Gemäss einem Bericht des saudischen TV-Senders Al Arabija soll Haftar am Sonntag eine Flugverbotszone über die Region Tripolis verhängt haben, nachdem seine Truppen in der Nähe der ehemaligen Gaddhafi-Hochburg Azziziya von einem Flugzeug der Regierung von Ministerpräsident Sarradsch angegriffen worden waren. Ministerpräsident Sarradsch zeigte sich derweil am Wochenende im Kreise von Soldaten, die mit markigen Worten Kampfbereitschaft demonstrierten.

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