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Iran: Säbelrasseln am Persischen Golf und Roten Meer

Die USA wollen eine Blockade der Strasse von Hormuz durch iranische Revolutionsgardisten verhindern. Auch Israel warnt den Iran.
Michael Wrase, Limassol
Die Strasse von Hormuz. Bild: Bill Foley/AP

Die Strasse von Hormuz. Bild: Bill Foley/AP

Noch hat der Iran nicht bestätigt, dass seine Revolutionsgardisten in den kommenden Tagen ein grösseres Militärmanöver am Persischen Golf und der Strasse von Hormuz beginnen wollen. Für die Wehrübung werden nach Erkenntnissen amerikanischer Militärs mehr als 100 Schiffe vorbereitet. Es handelt sich dabei in erster Linie um Schnellboote, die auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten in der Lage sind, Raketen und Torpedos auf gegnerische Ziele abzufeuern.

«Wir beobachten das genau und arbeiten mit unseren Partnern zusammen, um die freie Schifffahrt auf internationalen Wasserstrassen sicherzustellen», betonte US-Marine-Kapitän Bill Urban, Sprecher des für die US-Streitkräfte im Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos.

Die Methoden der vom Iran bevorzugten asymmetrischen Kriegsführung werden von den Amerikanern mit grosser Sorge beobachtet. Vor genau 30 Jahren hatte der am Eingang der Strasse von Hormuz eingesetzte ame­rikanische Lenkwaffenkreuzer USS Vincennes einen nach Dubai fliegenden Iran-Air-Airbus fälschlicherweise als einen iranischen Jagdbomber identifiziert und abgeschossen. Der tödliche Fehler des später von Ronald Reagan ausgezeichneten Kapitäns kostete 290 Menschen das Leben. Zum Zeitpunkt der Tragödie hätten Schnellboote iranischer Revolutionsgardisten die «USS Vincennes» «in Bedrängnis» gebracht.

Landeswährung im freien Fall

Schon damals hatte sich die US-Navy zum Ziel gesetzt, die freie Schifffahrt in der Strasse von Hormuz, durch die 20 Prozent des weltweit vermarkteten Öls verschifft werden, zu verteidigen. Von Juli 1987 bis September 1988 waren mehr als 250 Handelsschiffe von amerikanischen Streitkräften durch das Nadelöhr der Weltwirtschaft eskortiert worden, das bis zum Ende des ersten Golfkrieges im Sommer 1988 sowohl von der iranischen als auch von der irakischen ­Armee während des sogenannten «Tankerkrieges» angegriffen wurde. «Erneuten Ärger auf den weltweiten Wasserstrassen» möchte Irans Präsident Hassan Rohani vermeiden. Das Recht seines Landes zum Ölexport, der durch im November in Kraft tretende US-Sanktionen zum Erliegen kommen könnte, werde man «aber nicht einfach aufgeben», sondern verteidigen. Mit welchen Mitteln, sagte der Geistliche nicht. Sollte, wie von den USA angestrebt, der iranische Ölexport «auf Null gedrückt werden», dürfte Teheran in Handlungszwang geraten.

Schon jetzt hat das Land mit massiven Wirtschafts- und ­Finanzproblemen zu kämpfen. Die Landeswährung Rial befindet sich im freien Fall. Gleichzeitig steigen die Preise für Grundnahrungsmittel und andere Produkte rasant. In mehreren iranischen Grossstädten gingen Hunderte von Menschen auf die Strassen. Ein Ende der Abwärtsspirale ist nicht in Sicht. Und das Schlimmste, nämlich ein von den USA erzwungener Ausfall der Einnahmen aus dem Rohölexport, steht dem Land womöglich noch bevor.

Israel droht mit militärischen Aktionen

Dass die Revolutionsgardisten in einem solchen «Worst-Case Scenario» reagieren werden, steht für die meisten Beobachter ausser Frage. Eine Sperrung der Strasse von Hormuz halten Experten in Dubai für unwahrscheinlich. Die sich verschärfende Iran-Krise sorge schon jetzt für massive Verunsicherung in der gesamten Golfregion. Auch die US-Navy könne nicht zur ­Beruhigung beitragen, wenn ­Donald Trump den Druck auf den Iran ständig verschärfe. Der amerikanische Präsident hatte am Montag dem Iran «jederzeit Gespräche ohne Vorbedingungen» angeboten. Die Offerte wurde in Teheran als «zynisch und unseriös» zurückgewiesen.

In den Konflikt mit dem Iran hatte sich am Mittwoch auch ­Israel eingeschaltet. Premierminister Netanjahu drohte Teheran mit militärischen Aktionen, falls die Islamische Republik die Meerenge Bab al-Mandeb zwischen Südarabien und Ostafrika sperren sollte. Dort hatten vermutlich von der schiitischen Hisbollah-Miliz unterstützte Huthi-Rebellen zu Wochenbeginn zwei saudische Supertanker von Schnellbooten aus beschossen. Ihre Vorgehensweise erinnerte an die iranischen «Techniken» aus dem «Tankerkrieg» der 80er-Jahre.

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