Italien

Rom appelliert an Demonstranten: Corona-Fakten akzeptieren

Kurz vor einer Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik hat Italiens Regierung die Teilnehmer aufgerufen, die Fakten der Pandemie zu respektieren. In Rom war für den frühen Abend ein Protest verschiedener Gruppen gegen Maskenpflicht, Impfungen und Abstandsregeln angekündigt.

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Teilnehmer einer Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik schwenken italienische Nationalflaggen. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa

Teilnehmer einer Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik schwenken italienische Nationalflaggen. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa

Keystone/AP/Gregorio Borgia

"Wir wollen mit einer laufenden Pandemie fertig werden. Heute gibt es in Rom eine Demonstration von Menschen, die glauben, dass sie nicht existiert. Ihnen antworten wir mit Zahlen", sagte Regierungschef Giuseppe Conte nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Samstag auf einer anderen Veranstaltung in der italienischen Hauptstadt.

Aussenminister Luigi Di Maio wandte sich ebenfalls an die Gegner von strikten Anti-Corona-Massnahmen. "Ich fordere die Corona-Leugner auf, zumindest Respekt zu zeigen für die Familien der Toten", sagte er in einer Rede in Foggia in Apulien.

An dem Protest wollten unter anderem Impfgegner, ultrarechte Politiker und Eltern teilnehmen, die von einer "Gesundheits-Diktatur" sprachen. Ein ursprünglich geplanter Demonstrationstermin am Vormittag sei so nicht umgesetzt worden, hiess es.

In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Die Behörden verzeichneten mehr als 1700 Corona-Fälle in 24 Stunden und 11 neue Todesfälle. Insgesamt haben sich in Italien rund 275 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 35 500 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben.