Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Robo-Pöstler für die Norweger

Die norwegische Post führt einen fahrenden Roboter ein, der Briefträger, Postfach und Briefkasten ist. Er ist grösser und vielseitiger als sein Schweizer Bruder «Robbie» – und nutzt Schweizer Technologie.
Niels Anner, Kopenhagen
Grösser als «Robbie»: Norwegens Robo-Pöstler ist 1,90 Meter gross und 2 Meter lang. (Bild: PD)

Grösser als «Robbie»: Norwegens Robo-Pöstler ist 1,90 Meter gross und 2 Meter lang. (Bild: PD)

Laut eigenen Angaben rollt die Post Norwegen eine Premiere aus: einen Roboter, der autonom in einer Tour bis zu 100 Haushalte mit Paketen und Briefen versorgt – und gleichzeitig Post einsammeln kann. Das soeben lancierte Modell ist damit flexibler und leistungsfähiger als der kleine Lieferroboter «Robbie» der Schweizer Post: Mit der kniehohen rollenden Box gab es bisher in Bern, Zürich und Dübendorf Testprojekte für die Einzellieferung spezieller Waren.

Der in Norwegen eingesetzte Roboter ist im Vergleich dazu deutlich voluminöser und vielseitiger: Mit seiner aufgesetzten Kamera ist er 1,9 Meter gross sowie über 2 Meter lang und enthält 75 Fächer mit unterschied­lichen Massen: flache für Briefe sowie grössere für Pakete. Eingebaut ist auch ein Schlitz, in den frankierte Briefe eingeworfen werden können. Zukünftige Modelle sollen zudem Pakete annehmen können.

Härtetest steht noch bevor

Der bisher in der südnorwe­gischen Stadt Kongsberg eingesetzte batteriebetriebene Post­roboter ist damit ein autonomer Briefträger und ein rollender Briefkasten. Entwickelt wurde er in Zusammenarbeit mit einer norwegischen Firma sowie dem Schweizer Elektrofahrzeughersteller Kyburz, der das Fahrwerk und die Technologie für das autonome Fahren entwickelte.

Der Roboter wird in der Postzentrale am Morgen aufgefüllt und macht sich dann mit sechs Kilometern pro Stunde auf den Weg in ein dicht bebautes Wohnquartier. Dort parkiert er um 12 Uhr an zentraler Stelle und bleibt bis Mitternacht stehen. Wer Post in einem der Fächer hat, wird per SMS oder Mail benachrichtigt, kann zu einem selber bestimmten Zeitpunkt zum Roboter gehen und sein Fach mit einem ebenfalls digital zugestellten Code öffnen. Um Mitternacht kehrt der mit GPS und diversen Sensoren versehene Roboter in die Zentrale zurück, um wieder gefüllt zu werden.

«Wir sammeln nun Rückmeldungen aus der Bevölkerung, um zu sehen, ob dies ein zukünftiger Distributionskanal wird», erklärte Tone Wille, Chefin der norwegischen Post. Sie sieht den Roboter als Ergänzung zu den herkömmlichen Postboten, die in einer Tour rund tausend, also zehn Mal mehr Haushalte bedienen können. Klar ist aber, dass dem autonomen Briefträger kein Lohn bezahlt werden muss und er den Kunden Pakete zeitlich flexibel liefern kann: Dann, wenn sie zu Hause sind beziehungsweise die Sendung aus dem parkierten Roboter holen wollen.

Denkbar ist laut den Herstellern zudem eine Weiterentwicklung des Konzeptes: Der Roboter könnte auch an mehreren Orten im Quartier anhalten oder gar bis an die Haustür liefern, zu einem vom Kunden bestimmten Zeitpunkt. Laut der Post soll der autonome Briefträger nun unter Ex­trembedingungen getestet werden: im skandinavischen Winter. Dabei kann geklärt werden, wie er nicht geräumte Trottoirs, vereiste Wege oder Schneehaufen am Strassenrand meistert.

In einer Testphase wird er noch begleitet und muss seine Route lernen – fast so wie ein menschlicher Briefträger. Rechtzeitig zur Weihnachtspost soll der Roboter aber vollständig einsatzbereit sein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.