Rick Perrys verheerender Aussetzer

DETROIT. Es sollte das grosse Comeback des Texaners werden. Die Sterne standen günstig für Gouverneur Rick Perry, als die Bewerber um die Nominierung des republikanischen Herausforderers Barack Obamas auf die Bühne der Oakland University traten.

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Rick Perry (Bild: ap)

Rick Perry (Bild: ap)

DETROIT. Es sollte das grosse Comeback des Texaners werden. Die Sterne standen günstig für Gouverneur Rick Perry, als die Bewerber um die Nominierung des republikanischen Herausforderers Barack Obamas auf die Bühne der Oakland University traten. Der überraschende Spitzenreiter in den Umfragen, Herman Cain, musste sich am Vorabend gravierender Vorwürfe wegen sexueller Belästigung stellen. Und der aalglatte Mitt Romney kann seit Monaten nicht mehr als ein Viertel der republikanischen Wählerstimmen hinter sich bringen.

53 peinliche Sekunden

Doch es kam ganz anders. Die Diskussion über Arbeitslosigkeit, Bankenrettung, Staatsbankrotte und Steuern plätscherte vor sich hin mit Tiraden gegen «den Staat», Präsident Obama und Vorschlägen, die selbst bei einem überwältigenden Wahlsieg eines Republikaners nie umgesetzt werden könnten. Dann nahm Perry Anlauf, seine konservativen Konkurrenten in ihrem Feldzug gegen «Washington» zu überbieten.

Als Präsident werde er drei Ministerien abschaffen, verkündete Perry. «Handel, Bildung und …» Pause. Der Mittelfinger will einfach nicht aufklappen. «Was ist das dritte, ähm?» Nachbar Ron Paul bietet Hilfe an. «Das Umweltamt EPA?» Perry schnappt zu. «EPA, das ist es.» Der Moderator kann es nicht glauben. Der Kandidat überlegt es sich anders: «Handel, Bildung und.» Wieder bleibt er stecken. Nach 53 Sekunden endet das peinliche Schauspiel. «Sorry. Ooops.»

«Es ist vorbei»

Das Publikum johlt. Romney grinst. Cain reibt sich die Hände. Perry starrt auf den Boden. Das war es. Perrys Kurs an der politischen Wettbörse «Intrade» halbierte sich in Minuten auf vier Prozent. Der ehemalige Wahlkampfmanager John McCains, Steve Schmitt, schliesst sich dem gnadenlosen Urteil vieler erfahrener Beobachter an. «Es ist vorbei. Sein Wahlkampf ist heute zu Ende gegangen.» Thomas Spang