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Republikaner Mark Harris ist ein Sieger mit Makel

Drei Monate nach der Parlamentswahl steht ein Resultat in North Carolina immer noch nicht fest. Der vermeintliche Sieger Mark Harris steht im Verdacht, getrickst zu haben.
Renzo Ruf, Washington
Der Republikaner Mark Harris (Bild: Getty, Matthews 7. November 2018)

Der Republikaner Mark Harris (Bild: Getty, Matthews 7. November 2018)

Als sich Pastor Mark Harris am 6. November 2018, nach einem langen Wahlkampf, endlich am Ziel seiner Träume wähnte, sagte der Republikaner seinen begeisterten Anhängern: «Ich gehe nach Washington, um Ihre Stimme zu sein» und den 9. Wahlbezirk im Staat North Carolina im US-Repräsentantenhaus zu vertreten. Doch Harris sollte sich täuschen. Obwohl er 905 Stimmen mehr als sein demokratischer Opponent Dan McCready erzielt hatte – eine Differenz von umgerechnet 0,32 Prozentpunkten – wurde der Wahlsieg des feurigen Predigers nie offiziell anerkannt. Als das Repräsentantenhaus zu Jahresbeginn die neue Legis­laturperiode in Angriff nahm, blieb der Sitz des 9. Wahlbezirks in North Carolina vakant.

Der Grund für dieses höchst ungewöhnliche Ereignis: Harris soll in seinem Wahlkampfstab einen zwielichtigen Funktionär mit dem Namen McCrae Dowless beschäftigt haben, der in ländlichen Ortschaften des Wahlbezirks systematisch Stimmzettel einsammelte – die zuvor von Wählerinnen und Wählern beantragt worden waren, die ihre Stimme brieflich abgeben wollten. Diese Zettel habe Dowless hernach entweder im Wahlbüro abgeliefert (falls der Name Mark Harris darauf stand) oder vernichtet.

Harris stellt sich auf den Standpunkt, er sei sich nicht bewusst gewesen, dass Dowless zu illegalen Praktiken greifen werde – wiewohl es unter demokratischen und republikanischen Politikern im ländlichen Verwaltungsbezirk Bladen County ein offenes Geheimnis war, dass der vorbestrafte Funktionär mit gezinkten Karten spielt. Auch sagt Harris, dass die angeblichen Manipulationen von Dowless nicht ausreichen würden, das Wahlresultat zu Gunsten seines demokratischen Opponenten zu ändern. So genau weiss dies aber niemand. Deshalb beginnt nun heute Montag eine Anhörung, die Klarheit über die verworrene Lage schaffen soll. Unter den Zeugen, die vor einer Kommission aussagen sollen, befindet sich auch Dowless. Der Funktionär hat sich noch nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäussert. Die Demokraten werden während der Anhörung auf eine Wahlwiederholung pochen.

Vor seinem Einstieg in die Politik amtierte der 52-jährige Harris als Pastor der First Baptist Church in Charlotte. Als er 2011 zum Präsidenten der Vereinigung der Baptistenkirchen des Staates gewählt wurde, begann er, sich pointierter über gesellschaftspolitische Fragen zu äussern. Danach bewarb er sich um die Nomination zum republikanischen Senatskandidaten, scheiterte aber. 2016 griff er in den Vorwahlen im 9. Wahlbezirk den Amtsinhaber Robert Pittenger an, ebenfalls ein Republikaner. Harris verlor, mit einem Rückstand von 134 Stimmen. 2018 entthronte er Pittenger in den Primaries, mit einem Vorsprung von 828 Stimmen. Seine Gegner sagen, das Zünglein an der Waage habe bereits bei dieser Wahl McCrae Dowless gespielt.

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