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USA: Reporter-Legende geht Donald Trump mächtig auf die Nerven

Der Journalist Carl Bernstein zankt sich mit Präsident Donald Trump. Bernstein hatte auf dem TV-Sender CNN behauptet, Trump habe vorab über ein umstrittenes Treffen im Wahlkampf 2016 Kenntnis gehabt.
Renzo Ruf, Washington
Carl Bernstein gehört zu den renommiertesten Journalisten seines Landes. (Bild: JuanJo Martin/EPA; Madrid, 10. Oktober 2017)

Carl Bernstein gehört zu den renommiertesten Journalisten seines Landes. (Bild: JuanJo Martin/EPA; Madrid, 10. Oktober 2017)

74 Jahre ist Carl Bernstein mittlerweile alt, und eigentlich könnte sich der Publizist zur Ruhe setzen – nach einem Leben, das ­derart ­ereignisreich war, dass es sogar Gegenstand von erfolgreichen Spielfilmen war. Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump ist der ehemalige Reporter aber wieder regelmässig auf dem Nachrichtensender CNN zu sehen, wo er in seinen Stellungnahmen ­Parallelen zwischen dem aktuellen Staatsoberhaupt und ­Richard ­Nixon zieht. Bernstein war in den 70er-Jahren, zusammen mit seinem «Washington Post»-Kollegen Bob Woodward, eine treibende Kraft bei der Aufdeckung des ­Watergate-Skandals, der 1974 zum Rücktritt Nixons führte.

Dass Bernstein einen zweiten Frühling erlebt, ist auch Trump nicht entgangen. Denn entgegen seiner Beteuerung, er schaue nicht allzu häufig TV, verbringt der Präsident täglich mehrere Stunden vor den Fernsehgeräten im Weissen Haus; häufig sondert er dabei über Twitter eine Art ­Medienkritik in Echtzeit ab. So beschwerte er sich am Mittwoch bitterlich über den «schlampigen» Carl Bernstein («ein Mann, der in der Vergangenheit lebt»), und dar­über, dass dieser «einen Artikel nach dem anderen» erfinde. Das ganze Land lache über Bernstein, nachdem dieser dabei erwischt worden sei, wie er eine These weiterverbreitet habe, die auf einer Lüge basiere, behauptete Trump.

Anlass für diese Tirade ist ein Beitrag auf CNN, der in der Tat Anlass für zahlreiche Fragen gibt. Doch der Reihe nach: Am 26. Juli berichtete der Sender, dass Trump vorab Bescheid über ein Treffen zwischen hochrangigen Wahlkampfberatern und einer russischen Anwältin im Sommer 2016 in New York gehabt habe. Das Treffen war arrangiert worden, weil die Trump-Vertrauten das Gefühl hatten, russische Regierungskreise hätten «Dreck» über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gesammelt. Das Treffen dient den Gegnern des Präsidenten als Beweis dafür, dass Trump bereit war, gemeinsame Sachen mit dem Kreml zu machen. Trump weist diese Darstellung zurück.

CNN verzichtet auf Korrigendum

Als Quelle für diese Behauptung diente den CNN-Mitarbeitern Jim Sciutto und Carl Bernstein der ehemalige Vertrauensanwalt des Präsidenten, Michael Cohen. ­Allerdings zitierte der TV-Sender Cohen nicht direkt, sondern sprach nur von «Kreisen», die über die Vorfälle Bescheid wüssten. Auch wies CNN darauf hin, dass Cohen über keine Beweise für seine Behauptung verfüge.

Einen Monat später stellte sich heraus: Einer dieser Kreise war Lanny Davis, der umtriebige Sprecher und Anwalt von Michael Cohen. Davis gab in den vergangenen Tagen zu, dass er mit CNN gesprochen habe und dass ihm in der Hitze des Gefechts «ein Fehler» unterlaufen sei. Er habe den Eindruck erweckt, er verfüge über akkurate Informationen bezüglich Cohen, Trump und dem Treffen mit der russischen Anwältin, sagte Davis. Dem sei aber nicht so. Auch entschuldigte sich Davis dafür, dass er wiederholte Male öffentlich gesagt habe, er sei nicht die Quelle des CNN-Beitrages ­gewesen.

Trotz dieses Eingeständ­nisses von Davis sieht CNN keinen Anlass dafür, ein Korrigendum zu publizieren. In einer schriftlichen Stellungnahme sagte eine Sprecherin, der Beitrag habe auf mehr als einer Quelle beruht. Und Bernstein sagte auf Twitter, seine Mission sei es, die Wahrheit ans Licht zu bringen, und davon lasse er sich nicht abbringen.

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