Regierungskrise dauert an

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Kosovo Auch der vierte Versuch des Kosovo-Parlaments, einen Präsidenten und eine Regierung zu wählen, ist gestern in Pristina gescheitert. An der Sitzung des Parlaments nahmen nur 53 von 120 Abgeordneten teil, so dass die Volksvertretung nicht beschlussfähig war. Wie lokale Medien schreiben, könnten erneute Wahlen ein Ausweg sein – nach dem Urnengang im vergangenen Juni, der keine klaren Verhältnisse gebracht hatte.

Hauptschuld an dem Politchaos trägt eine als «Kriegsflügel» bekannte Parteienkoalition ehemaliger albanischer Rebellenführer des Bürgerkriegs Ende der 1990er-Jahre. Sie hatte bei der Wahl zwar die meisten Stimmen errungen, verfehlte aber die notwendige Parlamentsmehrheit von 61 Stimmen. Seit Wochen boykottieren ihre Abgeordneten daher das Parlament. Andere Parteien und einige Zeitungen hatten behauptet, der «Kriegsflügel» versuche, einige Abgeordnete zu bestechen, um so doch noch auf eine Mehrheit zu kommen. (sda)