Regiert die rechte FPÖ in Oberösterreich bald mit?

In den Regionalwahlen in Oberösterreich kann die rechtsgerichtete FPÖ erneut mit Gewinnen rechnen. Die politische Landschaft wird sie aber nicht so schwer erschüttern wie vor einer Woche in Vorarlberg.

Rudolf Gruber
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«Landesvater» Josef Pühringer. (Bild: rtr)

«Landesvater» Josef Pühringer. (Bild: rtr)

Wine. Das politische Klima in Oberösterreich ist viel weniger aufgeheizt als anderswo in Österreich. Das drittgrösste Bundesland (1,4 Millionen Einwohner) ist eine wirtschaftlich dynamisch Region. Obwohl auch in Oberösterreich die «heissen» Themen Ausländerintegration und Arbeitsmarkt den Wahlkampf beherrschten, blieben Provokationen wie die antisemitischen Ausfälle der Vorarlberger FPÖ aus.

Zur Koalition mit FPÖ bereit

ÖVP-Landeshauptmann (Ministerpräsident) Josef Pühringer ist eine populäre Vaterfigur und regiert in Linz, der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas, bereits seit 1995. Laut Umfragen dürfte die ÖVP ihr Ergebnis von 2003 (43 Prozent der Stimmen) einigermassen halten. Pühringer hat die vergangenen sechs Jahre erfolgreich mit den relativ starken Grünen (neun Prozent) regiert.

Dennoch könnte nach Schwarz-Grün in Oberösterreich Schwarz-Blau folgen: Der ÖVP-Landeschef ist zu einer Koalition mit der FPÖ bereit, unbeeindruckt von seinem Vorarlberger Amts- und Parteikollegen Herbert Sausgruber, der die dortigen Blauen vor die Türe setzte. Umfragen prognostizieren der FPÖ fast eine Verdoppelung ihres Stimmenpotenzials von 8,4 auf bis zu 15 Prozent, womit die Grünen ihren dritten Platz verlören.

SPÖ auf der Verliererstrasse

Die Hauptverlierer dürften auch in Oberösterreich die Sozialdemokraten sein, die mit 38 Prozent 2003 zweitstärkste Kraft waren. Eine historische Schlappe wie den Vorarlberger Genossen droht zwar nicht, dazu sind die Roten in der Industrieregion zu stark verwurzelt. Doch schmerzlich könnten die Verluste allemal sein, Umfragen sagen bis zu fünf Prozent.

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