Rebellen greifen Hauptquartier des Heeres an

Syrische Rebellen haben gestern einen Bombenanschlag auf das Hauptquartier des Heeres in der Hauptstadt Damaskus verübt.

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DAMASKUS/BEIRUT. Die «Freie Syrische Armee» beanspruchte die Urheberschaft des Angriffs. Laut Rebellen explodierte zuerst eine Autobombe auf dem nahe gelegenen Omaijaden-Platz. Etwa 15 Minuten später detonierte dann ein Sprengsatz direkt vor dem Gebäude der Armeeführung. Bei dem Angriff starben nach Angaben der Aufständischen Dutzende von Menschen.

Widersprechende Angaben

Das Staatsfernsehen meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, vier Wachleute seien getötet sowie 14 Zivilisten und einige weitere Sicherheitskräfte verletzt worden. Alle Mitglieder der Militärführung, des Heereskommandos und des Verteidigungsministeriums seien unverletzt, sagte Informationsminister Soabi. Er sprach von einem terroristischen Akt an einer wichtigen Stelle. «Aber wie immer ist es ihnen nicht gelungen, ihr Ziel zu erreichen.» Bei der Berichterstattung über den Anschlag wurde ein Journalist erschossen.

Strittige arabische Intervention

Das Golfemirat Qatar plädierte gestern vor der UNO-Vollversammlung für eine Intervention der arabischen Staaten in Syrien. «Der Sicherheitsrat hat es nicht geschafft, effektive Positionen zu beziehen», sagte Qatars Emir, Sheikh Hamad bin Chalifa al-Thani. «Angesichts dessen glaube ich, es ist besser, wenn die arabischen Staaten aus ihrer nationalen, humanitären, politischen und militärischen Verpflichtung heraus selbst eingreifen, um dem Blutvergiessen in Syrien ein Ende zu machen.» Die Arabische Liga lehnt dies aber ab. Einzelne Forderungen nach der Entsendung von Soldaten bezögen sich nicht auf Kampftruppen, stellte der Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi, in New York klar. (rtr/dapd)