«Real und greifbar»

Die Gewalt zwischen der Hamas und Israel wird erneut von Tag zu Tag heftiger. Hamas-Raketen haben diese Woche die Hafenstadt Ashkelon erreicht. Israel drohte mit einem massiven Vorstoss in den Gaza-Streifen.

Susanne Knaul/Jerusalem
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Gefechtspause: Israelische Soldaten haben ihre Panzer nahe der Grenze zum nördlichen Gaza-Streifen aufgestellt. (Bild: rtr/Eliana Aponte)

Gefechtspause: Israelische Soldaten haben ihre Panzer nahe der Grenze zum nördlichen Gaza-Streifen aufgestellt. (Bild: rtr/Eliana Aponte)

Extremistische Palästinenser haben in dieser Woche täglich Dutzende Raketen vor allem auf die israelisch Stadt Sderot im Negev abgeschossen. Dort wurde ein Mann getötet. Die Israeli sind aber vor allem durch den Beschuss schwerer Raketen beunruhigt, die im Vergleich zu den selbstgefertigten Kassam-Raketen der Hamas über eine längere Reichweite und grössere Schlagkraft verfügen.

Raketen aus Iran geliefert

Nach Informationen des israelischen Aussenministeriums beziehen die Palästinenser diese Katjuschas und Grad-Raketen aus Iran. Anscheinend sind sie in Einzelteile zerlegt durch Tunnels entlang der Grenze zu Ägypten in den Gaza-Streifen gelangt. Mehrere solch moderne Raketen erreichten in den vergangenen Tagen die Stadt Ashkelon, in der 120 000 Menschen leben.

Verteidigungsminister Ehud Barak (Arbeiterpartei) sagte am Donnerstag: «Wir müssen uns auf eine Eskalation der Lage vorbereiten. Eine grossangelegte Bodenoffensive ist real und greifbar. Israel ist nicht scharf darauf, in eine Offensive zu rennen, aber die Hamas lässt uns keine Alternative.» Der frühere Justizminister Zahi Hanegbi (Kadima) forderte gar die erneute Besetzung jener Gebiete im Gaza-Streifen, aus denen die Raketen abgeschossen werden. Noch zögert aber die Regierung in Jerusalem mit der Zustimmung zu einer Grossoffensive, weil der Einsatz von Bodentruppen in der Vergangenheit nur bedingt erfolgreich war.

Die Absichten der Hamas

Wenn in Gaza palästinensische Kinder und Frauen getötet werden, so die kaltblütige Rechnung der Hamas-Islamisten, werde auch Palästinenserpräsident Abbas von der Fatah nicht länger mit Israel über Frieden verhandeln können und sich stattdessen wieder den bedrängten palästinensischen Brüdern zuwenden. Eine Grossoffensive Israels schränkte den Gesprächsspielraum von Mahmud Abbas in der Tat ein.

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