Razzia bei Paul Manafort

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US-Wahlkampf Die US-Bundespolizei FBI hat vor zwei Wochen eine Wohnung des früheren Wahlkampfleiters von Donald Trump durchsucht. Ein Sprecher von Paul Manafort, der von März bis August 2016 für den Republikaner arbeitete, bestätigte gestern einen Artikel der «Washington Post». Manafort arbeite mit der Bundespolizei zusammen, hiess es in der Stellungnahme. Die Hausdurchsuchung des FBI in Alexandria (Virginia) steht im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen über die angeblichen Einmischungsversuche russischer Geheimdienste in den Wahlkampf 2016. Anonyme Quellen spekulierten allerdings gestern darüber, dass es Sonderermittler Robert Mueller – der diese Untersuchungen koordiniert – auf einen anderen Aspekt von Manaforts Arbeit abgesehen habe. Der heute 68-jährige Politstratege soll nämlich in allerlei dubiose Finanzgeschäfte verwickelt gewesen sein; die Rede ist von Geldwäscherei und Immobiliengeschäften, finanziert durch Mittel aus ukrainischen oder russischen Quellen.

Ungewöhnlich an der Razzia ist die Tatsache, dass Manafort am Tag vor der Razzia mit Ermittlern des Geheimdienstausschusses im Senat zusammengetroffen war und sich dabei kooperationswillig gezeigt haben soll. So habe er den Ermittlern Hunderte von Dokumenten übergeben. Politbeobachter spekulierten deshalb gestern darüber, dass Sonderermittler Mueller Druck auf Manafort ausüben wolle, um ihn zur Kooperation mit den FBI-Ermittlern zu zwingen. (sda)