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Rätselhafte Spur zum Nazi-Terroristen

15 Jahre lang wurde die kleine Peggy vermisst, im Juli fanden Pilzsammler ihre Leiche. Nun wurde am Fundort eine DNA-Spur entdeckt, die auf den NSU-Terroristen Uwe Bönhardt hinweist.
Christoph Reichmuth/Berlin

Ihr Hass richtete sich gegen Ausländerinnen und Ausländer, ihre Opfer waren Menschen türkischer und griechischer Herkunft, um an eine Waffe heranzukommen, töteten sie eine junge Polizistin: Jahrelang hatte der «Nationalsozialistische Untergrund» unerkannt gemordet, im November 2011 flog das Trio Uwe Bönhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe nach einem Überfall auf.

Die beiden «Uwes» hatten sich noch vor dem Zugriff der Polizei selbst getötet, die einzige Überlebende, Beate Zschäpe, steht seit dreieinhalb Jahren vor einem Münchner Gericht.

Hat Bönhardt auch einen neunjährigen Buben getötet?

Möglicherweise war das NSU- Mitglied Uwe Bönhardt aber für mindestens ein weiteres Tötungsdelikt verantwortlich. In dem bislang ungeklärten Mordfall an der neunjährigen Peggy führt seit Donnerstag eine Spur zu dem toten Nati-Terroristen. Die sterblichen Überreste der im Mai 2001 entführten Peggy wurden im Juli dieses Jahres von einem Pilzsammler in einem Waldstück im Süden Thüringens 14 Jahre nach ihrem spurlosen Verschwinden gefunden. Ermittler stiessen beim Fundort auf verschiedene Gegenstände, darunter ein Stück Stoff. Dessen Überprüfung ergab: Auf dem Überbleibsel einer Decke befindet sich die DNA Uwe Bönhardts.

So ungeheuerlich die Entwicklung im Fall Peggy ist: Eine Verbindung des NSU zu Fällen von Kindsmissbrauch ist nicht völlig abwegig. Bönhardt wurde bereits einmal mit einem nach wie vor ungeklärten Mord an einem Kind in Verbindung gebracht. Ein ehemaliger Kollege hatte 2012 ausgesagt, Uwe sei möglicherweise für die Tötung des neunjährigen Bernd verantwortlich, der 1993 in Jena aufgefunden worden war.

Neue Ermittlungen zu offenen Fragen

Offen sind weitere Fragen: das Trio war mit einem Wohnmobil unterwegs, so auch bei der letzten Tat 2011. Die beiden Uwes hatten den Wohnwagen angezündet, bevor sie sich selbst töteten. Ermittler fanden in dem ausgebrannten Wohnwagen ein Plüschtier, einen Kinderschuh und Spielzeug, die bis heute nicht zugeordnet werden konnten.

Auch in der ebenfalls abgefackelten Zwickauer Wohnung des Trios fanden sich Spielsachen, ausserdem fand sich im Brandschutt auch ein Datenträger mit kinderpornographischem Material. Dies alles wird nun zu weiteren Ermittlungen führen.

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