Putin feiert Jahrestag der Krim-Annexion

MOSKAU. Am Jahrestag der Krim-Annexion durch Moskau hat Russlands Staatschef Wladimir Putin bekräftigt, trotz der Sanktionen des Westens dem Druck nicht nachzugeben. Russland werde "alle Probleme überwinden, die man uns von aussen auferlegen will", sagte Putin am Mittwoch bei einer Grossveranstaltung zur Feier der Krim-Annexion in Moskau.

Drucken
Teilen
Offiziell sollen etwa 100'000 Besucher zur Jubiläumsfeier der Krim-Annexion vor einem Jahr erschienen sein. (Bild: Keystone)

Offiziell sollen etwa 100'000 Besucher zur Jubiläumsfeier der Krim-Annexion vor einem Jahr erschienen sein. (Bild: Keystone)

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow warf der Ukraine derweil einen groben Verstoss gegen den Minsker Friedensplan vor.

Putin traf zunächst mit der Kreml-treuen Führung der Krim zusammen und trat danach vor die Menge, die vor dem Kreml den Jahrestag feierte. Die Krim sei "eine Angelegenheit von Millionen Russen, unseren Landsleuten, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchten", sagte Putin. Anschliessend sang er zusammen mit der Menschenmenge die russische Nationalhymne.

Vor dem Kreml war eine riesige Bühne für ein Konzert aufgebaut worden. Laut Polizei strömten 110'000 Menschen zusammen. Sie trugen russische Flaggen und Transparente mit der Aufschrift "Zusammen sind wir unbesiegbar".

RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNIVERSARY (Bild: Keystone)
10 Bilder
RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNIVERSARY (Bild: Keystone)
RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNIVERSARY (Bild: Keystone)
RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNIVERSARY (Bild: Keystone)
A year after Crimea annexation (Bild: Keystone)
RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNVERSARY (Bild: Keystone)
A year after Crimea annexation (Bild: Keystone)
RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNIVERSARY (Bild: Keystone)
RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNIVERSARY (Bild: Keystone)
A year after Crimea annexation (Bild: Keystone)

RUSSIA CRIMEA ONE YEAR ANNIVERSARY (Bild: Keystone)

Das Konzert in Moskau war der Höhepunkt der mehrtägigen Feierlichkeiten zur Annexion der Krim. Auch auf der Schwarzmeer-Halbinsel gab es zahlreiche Veranstaltungen. Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow sprach von "einer Feier unserer lang ersehnten Heimkehr".

Am 16. März 2014 hatte die mehrheitlich russischsprachige Bevölkerung der Krim bei einem umstrittenen Referendum für den Anschluss an die Russische Föderation gestimmt. Putin besiegelte zwei Tage später die Angliederung. Es war der Beginn der schwersten diplomatischen Krise zwischen Russland und dem Westen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991.

Kritiker angeblich schikaniert

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) warf der Führung der Krim am Mittwoch eine "unnachgiebige Einschüchterungskampagne" vor, mit der kritische Stimmen zum Schweigen gebracht werden sollten. Wegen einer Reihe von Entführungen hätten viele Dissidenten die Krim verlassen, die übrigen sähen sich zahlreichen Schikanen ausgesetzt, erklärte der AI-Direktor für Europa und Zentralasien, John Dalhuisen.

Der Anführer der Krimtataren, Mustafa Djemilew, sagte in Brüssel, es herrsche eine "totale Abwesenheit demokratischer Freiheiten", seine Volksgruppe werde diskriminiert.

Die EU und die USA verhängten wegen der Krim-Annexion und des Konflikts mit prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mehrfach Sanktionen. Putin bilanzierte aus Anlass des Jahrestages, dass die Strafmassnahmen des Westens nicht "fatal" seien, jedoch durchaus Auswirkungen auf die russische Wirtschaft hätten.

Debatte im UNO-Sicherheitsrat

Aus Diplomatenkreisen verlautete, dass der UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag in einem informellen Treffen über die Lage auf der Krim beraten werde. Russland werde die von Litauen organisierte Zusammenkunft boykottieren.

Der Krim-Annexion folgte der Konflikt in der Ostukraine. Um diesen beizulegen, wurde am 12. Februar in der weissrussischen Hauptstadt Minsk eine Vereinbarung unterzeichnet, die einen Waffenstillstand, den Abzug schwerer Waffen aus der Ostukraine und Autonomiegesetze für die Regionen Donezk und Luhansk vorsieht. Das ukrainische Parlament verabschiedete am Dienstag zwei entsprechende Gesetze.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow kritisierte diese als groben Verstoss gegen das Minsker Abkommen. Der Parlamentsbeschluss laufe darauf hinaus, "das Abkommen umzuschreiben, oder um es einfacher auszudrücken, es grob zu verletzen", sagte Lawrow am Mittwoch in Moskau. (sda/afp)