Prügeleien vor Wahllokalen in Ägypten

beirut. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat gestern in Ägypten die erste Runde der Parlamentswahlen stattgefunden. Es gilt als ausgemacht, dass die seit fast drei Jahrzehnten regierende nationaldemokratische Partei NDP von Staatspräsident Hosni Mubarak die Wahlen gewinnen wird.

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beirut. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat gestern in Ägypten die erste Runde der Parlamentswahlen stattgefunden. Es gilt als ausgemacht, dass die seit fast drei Jahrzehnten regierende nationaldemokratische Partei NDP von Staatspräsident Hosni Mubarak die Wahlen gewinnen wird.

Das Interesse, an dem Urnengang teilzunehmen, war daher äusserst gering. 90 Millionen Ägypter durften ihre Stimme abgeben.

Die Wahlbeteiligung habe vermutlich aber unter 15 Prozent gelegen, berichten ausländische Beobachter, denen der Zutritt zu den Wahllokalen verweigert wurde. Dort verteilten Aktivisten der Staatspartei NDP Geschenke an Regimeanhänger und versuchten gleichzeitig, Gefolgsleute der oppositionellen Moslembruderschaft unter Androhung von Fausthieben an der Stimmabgabe zu hindern.

Die Folge dieser Einschüchterungsversuche waren Prügeleien vor Wahllokalen in der Region von Alexandria. Zusammenstösse wurden auch aus kleineren Ortschaften in Oberägypten gemeldet. In weiten Teilen von Kairo herrschte dagegen «Friedhofsruhe», wie westliche Diplomaten berichteten. In der ägyptischen Hauptstadt war vor einigen Tagen der Helfer eines unabhängigen Kandidaten beim Aufhängen von Plakaten erstochen worden.

Die Wahlergebnisse sollen heute abend bekanntgegeben werden. (M. Wr.)

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