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Präsidentenwahl: Simbabwe hat die Wahl zwischen Krokodil und Küken

Nach 37 Jahren unter der autoritären Herrschaft Robert Mugabes hat Simbabwe die Wahl zwischen 23 Kandidaten für den Posten des Präsidenten. Umfragen zufolge läuft es auf einen Zweikampf zwischen zwei Kandidaten hinaus, die gegensätzlicher kaum sein könnten.
Fanuel Jongwe, AFP
Präsidentschaftskandidat Nelson Chamisa (Bildmitte) vor einem Wahllokal. (Bild: Dan Kitwood/Getty Images (Harare, 30. Juli 2018))

Präsidentschaftskandidat Nelson Chamisa (Bildmitte) vor einem Wahllokal. (Bild: Dan Kitwood/Getty Images (Harare, 30. Juli 2018))

Auf der einen Seite der vom Militär unterstützte Hardliner-Veteran und ehemalige Mugabe-Vertraute Emmerson Mnangagwa, auf der anderen Seite der junge Oppositionsführer Nelson Chamisa.

Emmerson Mnangagwa

Der 75-Jährige ist ein Veteran der von der Unabhängigkeitsbewegung zur Regierungspartei transformierten Zanu-PF. Im Kampf um die Nachfolge Mugabes mit dessen Frau Grace floh er zwischenzeitlich aus Angst um sein Leben nach Mosambik.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers kehrte er zurück und übernahm das Präsidentenamt. Im Wahlkampf präsentierte er sich als Garant für "ein neues Simbabwe" und versprach die am Boden liegende Wirtschaft des südafrikanischen Landes wiederzubeleben.

Als Symbol für einen Neubeginn taugt der pragmatische und untersetzte Mnangagwa allerdings kaum - zu eng war er lange Zeit mit dem Herrschaftssystem Mugabes und der brutalen Unterdrückung der Opposition verflochten.

Geboren wurde Mnangagwa 1942 im Bezirk Zvishavana im Südwesten des damals noch unter britischer Kolonialherrschaft stehenden Rhodesien. Einige Jahre später zog er mit seiner Familie in den Nachbarstaat Sambia.

1966 schloss er sich den Unabhängigkeitskämpfern an. Sein Spitzname "Krokodil" geht zurück auf seine gleichnamige Guerilla-Einheit während des Unabhängigkeitskampfes.

Als Mugabe das Land 1980 in die Unabhängigkeit führte, machte er den jungen Rechtsreferendar Mnangagwa zu seinem Minister für Nationale Sicherheit. Auf dem Posten verantwortete er 1983 brutale Unterdrückungsmassnahmen in den Provinzen Matabeleland und Midlands, bei denen rund 20.000 Menschen getötet worden sein sollen.

Seit er Präsident wurde, hat er Forderungen nach einer Entschuldigung abgebügelt. "Was passiert ist, ist passiert", sagte er zu den Massakern.

Nelson Chamisa

Eher zierlich gebaut, energetisch und fröhlich, ist der Oppositionsführer schon optisch ein echter Gegensatz zum politischen Schwergewicht Mnangagwa. Im Februar wurde Chamisa 40 und ist damit laut Verfassung gerade alt genug, um Präsident Simbabwes zu werden.

Doch trotz seines vergleichsweise jungen Alters kann der Vorsitzende der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) bereits auf eine lange politische Karriere zurückblicken. Er schloss sich der MDC bei deren Gründung 1999 an, als er noch Student war.

Geboren in Masvingo, etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Harare, studierte Chamisa Jura, Politikwissenschaften und Theologie, arbeitete später als Anwalt und Pfarrer.

In den späten 90ern organisierte er Demonstrationen gegen die Mugabe-Regierung. Im Jahr 2007 wurde er mit Knüppeln und einer Eisenstange krankenhausreif geprügelt, wahrscheinlich von Zanu-PF-Schlägern.

Als Ziehsohn des im Februar verstorbenen Parteigründers Morgan Tsvangirai stieg er schnell innerhalb der MDC auf. Nach der Wahl von 2008 war er als Informationsminister das jüngste Mitglied der Koalitionsregierung aus MDC und Zanu-PF.

Über die Jahre hat sich Chamisa einen Ruf als leidenschaftlicher und humorvoller Redner erarbeitet. Während des Wahlkampfs schaffte er es, sich durch Angriffe auf die Regierungspartei und die Wahlbehörden zu profilieren.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP zeigte er sich überzeugt, auf einer Welle jugendlichen Optimismus zum Erfolg reiten zu können. "Der Sieg ist unausweichlich", sagte er.

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