Papst
Zyperns Behörden geben Entwarnung: Messer war für den «persönlichen Gebrauch»

Vor einem Stadion auf der Mittelmeer-Insel, in dem das Oberhaupt der katholischen Kirche einen Auftritt hatte, wurde am Freitagvormittag ein Mann mit einem Messer verhaftet. Die Polizei gab inzwischen Entwarnung.

Michael Wrase, Nikosia
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Papst Franziskus.

Papst Franziskus.

Filippo Monteforte / AP

Der am Morgen in Nikosia mit einem Messer verhaftete Mann hat nach Angaben der zyprischen Sicherheitsbehörden «zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, das Oberhaupthaupt des Katholischen Kirche anzugreifen». Das Messer, berichtete die Tageszeitung «Cyprus Mail» in ihrer Online-Ausgabe, habe er «für den persönlichen Gebrauch» mit sich geführt. Der 43 Jahre alte Zyprer war am Morgen bei der Einlasskontrolle vor einem Fussballstadion von Nikosia, in dem der Papst vor 7000 Gläubigen eine Messe gelesen hatte, abgeführt worden. Er war zunächst verdächtig worden, ein Attentat geplant zu haben.

Unter der griechisch-zyprischen Bevölkerungsmehrheit hat der Papst-Besuch auf Zypern bisher wenig Begeisterung ausgelöst. Die Visite von Franziskus, betonten lokale Beobachter in der zyprischen Hauptstadt, werde mit «kritischer Zurückhaltung» zur Kenntnis genommen. Vor der Messe des Papstes war an zwei Strassenknotenpunkten vor dem Stadion sogar zu Protesten gegen den Heiligen Vater gekommen.

Papst als «Ketzer» verunglimpft

In Sprechchören wurde Franziskus als «Symbol des Bösen» und «Ketzer» verunglimpft. Es gebe keine Gemeinsamkeiten der beiden christlichen Kirchen, hiess es auf Spruchbänden. Erinnert wurde auch an die «Sünden» und das «Böse» der katholischen Kirche, womit in erster Linie der 4. Kreuzzug gemeint war, der Anfang des 13. Jahrhunderts nicht in Jerusalem, sondern mit der Eroberung und Plünderung von Konstantinopel endete.

Obwohl sich fast alle Päpste, unter ihnen auch Johannes Paul II. bei seinem Griechenlandbesuch 2001, für die damals begangenen Verbrechen der Kreuzfahrer entschuldigten, ist das Verhältnis der orthodoxen Christen zu Westeuropa bis heute belastet.

Ökumenische Gottesdienste gab es während der Papst-Visite auf Zypern nicht. Und auch in Griechenland, wo Franziskus an diesem Samstag eintreffen wird, wollen die orthodoxen Bischöfe an keinem gemeinsamen Gebet mit dem Pontifex teilnehmen.

Am Freitagnachmittag hatte sich Franziskus in der Heilig Kreuz-Kirche von Nikosia mit einer Gruppe von Migranten getroffen und mit ihnen gebetet. Nach lokalen Medienberichten werden in den kommenden Wochen 50 arabische und afrikanische Migranten nach Italien ausreisen können. Vorausgegangen war eine Intervention des Heiligen Stuhl, der von der zyprischen Regierung als ein «Akt der Solidarität» gepriesen wurden.

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