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Polizei macht Jagd auf Schulschwänzer

In Bayern haben Beamte zu Beginn der Pfingstferien mehrere Familien aufgegriffen, weil sie mit ihren Kindern vorzeitig in die Ferien aufbrachen.
Gregory Remez
Auch am Allgäu Airport schnappte die Polizei etliche Schulschwänzer. (Bild: Andreas Gebert/Keystone, Memmingen, 21. Mai 2018)

Auch am Allgäu Airport schnappte die Polizei etliche Schulschwänzer. (Bild: Andreas Gebert/Keystone, Memmingen, 21. Mai 2018)

Die Pfingstferien in Bayern hatten noch gar nicht begonnen, trotzdem wollten einige Eltern mit ihren Kindern bereits in die Ferien fliegen – wohl um die nervenaufreibenden Stosszeiten zu umgehen und von den günstigen Flügen zu profitieren. Die Rechnung dürfte für manche von ihnen ­jedoch nicht aufgegangen sein. Weil die Polizei an mehreren bayrischen Flughäfen Jagd auf die Schulschwänzer machte, droht ihnen nun eine happige Busse.

Alleine in Nürnberg und im schwäbischen Memmingen erwischten die Beamten insgesamt 21 Eltern, deren Nachwuchs unentschuldigt der Schule ferngeblieben war. Die Familien seien am Donnerstag und Freitag vor Beginn der Pfingstferien bei Routinekontrollen am Nürnberger Flughafen und am Allgäu Airport überprüft worden und konnten keine Schulbefreiung vorweisen, teilte die Polizei mit.

Betroffenen droht Busse von bis zu 5000 Euro

Gegen die Eltern wurde bei den zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet. Diese entscheiden nun, ob gegen die Betroffenen eine Busse verhängt wird. «In bestimmten Fällen kann diese bis zu 5000 Euro betragen», sagt der Leiter der Einsatzzentrale des Präsidiums Schwaben Süd/West in Kempten. Wie hoch es im Einzelnen ausfalle, müsse individuell geprüft werden. Es könne letztlich auch nur bei einer Verwarnung bleiben. In Berlin hatte 2013 ein Fall Aufsehen erregt, bei dem eine Mutter zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde, weil ihr Sohn an fast 1000 Tagen in der Schule gefehlt hatte.

Dass die Polizei an Flughäfen Eltern kontrolliert, ist keine Seltenheit. 2008 wurden in Nürnberg etwa 100 Familien aufgegriffen, weil sie die Schulferien ihrer Kinder eigenmächtig verlängert hatten. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, erklärt die gestiegene Sensibilität gegenüber Schulschwänzern wie folgt: «Die Anzahl der Krankmeldungen direkt vor den Ferien ist über die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen», sagte Meidinger gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Er begrüsse deshalb das Durchgreifen der Polizei. «Davon abgesehen, dass es eine Schulpflicht gibt, finde ich, dass solche Eltern ihren Kindern ein ganz schlechtes Vorbild abgeben.»

Vorgehen der Polizei sorgt für Diskussionen

In Deutschland löste die Geschichte nach deren Bekanntwerden eine breite Diskussion rund um das Schulschwänzen, und wie damit umzugehen sei, aus. Nicht alle teilten dabei Meidingers Meinung. Sowohl in sozialen als auch in einigen Qualitätsmedien wurde – vor dem Hintergrund des neuen Polizeiaufgabengesetzes in Bayern – die hämische Frage aufgeworfen, ob denn die Polizei aktuell eigentlich nicht Wichtigeres zu tun hätte.

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