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Unwetter auf Mallorca: Zahl der Opfer steigt auf zwölf

Eine Unwetterkatastrophe auf Mallorca hat mindestens zwölf Todesopfer gefordert, etliche Menschen werden noch vermisst. Die verheerenden Regen- und Schlammfluten rissen Dutzende Autos mit.
Noch während des Regens tragen Einwohner ihre Habseligkeiten auf der Strasse zusammen. (Bild: Francisco Ubilla/AP (Sant Llorenc, 10. Oktober 2018))

Noch während des Regens tragen Einwohner ihre Habseligkeiten auf der Strasse zusammen. (Bild: Francisco Ubilla/AP (Sant Llorenc, 10. Oktober 2018))

Erst am Tag danach wurde das ganze Ausmass der Regen- und Schlammkatastrophe der vorhergehenden Nacht klar: In dem Ort Sant Llorenç des Cardassar, rund 60 Kilometer östlich von Mallorcas Inselhauptstadt Palma, sieht man in den Strassen umgestürzte Autowracks. Einige sind ineinander verkeilt. Andere liegen zerbeult auf dem Dach oder auf der Seite. Schlamm bedeckt Strassen und Hausfassaden.

Alles begann am Dienstagabend, als ein heftiges Unwetter den Dorfbach in Sant Llorenç in kurzer Zeit in einen reissenden Strom verwandelte. Die Wassermassen wälzten sich durch die Strassen des Ortes, in dem rund 8000 Menschen leben. Dutzende Autos wurden von den Fluten mitgerissen. Einige Fahrzeuge wurden von Sant Llorenç bis in den rund zehn Kilometer östlich liegenden Küstenort S’Illot geschwemmt.

Zwei Polizisten begutachten die Lage in Sant Llorenc des Cardasar, in Mallorca am Tag danach. Wassermassen hatten die Provinz am Dienstagabend überrascht. (Bild: EPA/Atienza)
Bewohner putzen ihre Häuser. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Mehrere Personen starben in den Fluten. (Bild: EPA/Cati Cladera)
Die Ortschaft Sant Llorenc, 60 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Palma, wurde besonders hart getroffen. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Dieses Haus wurde von den Wassermassen eingenommen. An den Wänden kann der Wasserstand abgelesen werden. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Ein Ausschnitt aus einem Video zeigt die zerstörerischen Wasserfluten. (Bild: EPA/PABLO D. F. YouTube Channel)
Auch die Strassen sind voller Schlamm. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Evakuierte Bewohner in einer Unterkunft. (Bild: EPA/ATIENZA)
8 Bilder

Spanisches Ferienparadies unter Wasser

Mann kämpft sich bis ans Ufer durch

Ein Bewohner in Sant Llorenç berichtete, wie er sein Leben rettete, als auch sein Auto von der Flutwelle erfasst wurde: «Ich konnte durch ein Fenster hinausklettern.» Sein Auto sei dann flussabwärts getrieben, er selbst habe sich schliesslich bis zum Ufer kämpfen können.

Binnen weniger Stunden seien rund 220 Liter Regen pro Quadratmeter über dem Inselosten niedergeprasselt, erklärte das staatliche Wetteramt nach der Katastrophe. Zu viel für den Bach Ses Planes. «Plötzlich stand alles unter Wasser», berichtete ein Dorfbewohner im lokalen Fernsehen. «Die Autos wurden wie Spielzeuge mitgerissen.»

Das Wasser drang durch Türen und Fenster in viele Häuser in Sant Llorenç ein. Viele Bewohner mussten sich in die oberen Stockwerke oder sogar auf die Dächer ihrer Behausungen flüchten. Auch auf Bäumen hatten Menschen Zuflucht gesucht. Alles sei so schnell gegangen, sagte Bürgermeister Mateu Puiggrós, das es nicht möglich gewesen sei, die Bevölkerung zu warnen. Am Mittwoch gaben die Behörden bekannt, dass wenigstens zehn Menschen in Sant Llorenç sowie in den Nachbarorten S’Illot und Artá getötet worden sind.

Am Donnerstag habe man zwei weitere Todesopfer aufgefunden, schrieb die Zeitung «El Pais». Es könnte sich dabei um ein deutsches Ehepaar handeln. Zudem gab es zahlreiche Verletzte. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen. Etliche Personen gelten noch als vermisst, darunter auch ein fünfjähriges Mädchen. Die Behörden schlossen nicht aus, dass sich in mehreren Autos, die ins Meer gespült wurden, weitere Opfer befinden.

Einige Menschen starben in ihren Häusern, wo sie offenbar von der schnell ansteigenden Flut überrascht worden waren. Andere wurden in ihren Fahrzeugen gefunden, wie etwa zwei britische Touristen, die im Wrack eines Taxis entdeckt wurden. Der Taxifahrer wird noch vermisst.

Bisher schlimmste Unwetterkatastrophe

Es ist die schlimmste Unwetterkatastrophe, an die sich die Menschen auf Mallorca erinnern können. Im Jahr 2001 waren bei einem Unwetter mit orkanartigem Wind fünf Menschen auf der Insel gestorben und 80000 Bäume entwurzelt worden. 1989 kamen bei Überschwemmungen fünf Menschen auf Mallorca und der Nachbarinsel Ibiza um.

Mehr als 400 Rettungskräfte arbeiteten am Mittwoch und Donnerstag in der Region. Sogar Taucher waren im Einsatz. Zudem rückte eine Militäreinheit mit Spürhunden, Helikoptern und schwerem Räumgerät an, um bei der Suche nach Vermissten zu helfen.

Nadal hilft bei den Räumungsarbeiten

Hunderte Bewohner mussten die Nacht zum Mittwoch in provisorischen Unterkünften verbringen. Tennisstar Rafael Nadal, der aus der betroffenen Region stammt, bot an, die Zimmer seiner Sportzentren auf der Insel allen zur Verfügung zu stellen, die kein Dach mehr über dem Kopf haben. Der Sportler packte zudem auch selbst mit an, wie in Videoaufnahmen von der Insel zu sehen ist.

(Ralph Schulze/sda/zfo)

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