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Pjöngjang hat nicht endlos Luft

Zur Sache
Angela Köhler

Wie lässt sich Diktator Kim Jong Un noch in die Weltgemeinschaft einbinden? Das Regime in Pjöngjang legt es offenkundig darauf an, Feind und Freund zu beweisen, dass es auf die inter­nationale Meinung pfeift. Weder vorsichtige Diplomatie noch harte Sanktionen bringen Nordkorea bislang von seinem Raketen- und Atomtestprogramm ab – das ist die aktuelle Botschaft aus Pjöngjang. Man kann nur hoffen, dass Kim sich dabei verrechnet. Man fragt sich sowieso: Was verspricht er sich von seinen Provokationen? Globale Anerkennung als Nuklearmacht? Nord­korea ist international weitgehend isoliert, politisch und ökonomisch ein Zwerg. Selbst wenn es Pjöngjang irgendwann gelingt, eine Bedrohung der USA oder auch nur der asiatisch-pazifischen Region glaubhaft darzustellen, wird es nie eine militärische Grossmacht. Dafür fehlen die Ressourcen. Allenfalls reiht sich Nordkorea in die unselige Achse Indien, Pakistan oder Iran ein.

Nordkoreas atomare und ballistische Aufrüstung wird das bitterarme Land an den Abgrund führen. Der ganze Spuk ist ohnehin nur möglich, weil Kim sein Volk so unterdrücken kann, dass es – statt gegen diesen Verschwendungswahn aufzumucken – bei jedem Test in frenetischen Kollektiv­jubel verfällt. Dafür nimmt es Not und Hunger in Kauf, oft sogar humanitäre Hilfe vom Klassenfeind Südkorea. Für die Welt gibt es nur eine Antwort: weiterhin die Priorität auf eine friedliche Konfliktlösung setzen und gleichzeitig die Sanktionsschlinge um Kim Jong Un und Genossen immer enger ziehen. Auch wenn das vielleicht wie die Quadratur des Kreises aussieht. Eines Tages geht den Provokateuren die Luft aus. Seite 3

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