Pilger von einem Kreuz erschlagen

Kurz vor der Heiligsprechung der Päpste Johannes Paul II. und Johannes XXIII. ist in Norditalien ein junger Mann von einem riesigen Holzkreuz erschlagen worden.

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Kurz vor der Heiligsprechung der Päpste Johannes Paul II. und Johannes XXIII. ist in Norditalien ein junger Mann von einem riesigen Holzkreuz erschlagen worden.

Der Vorfall ist derart unglaublich, dass er dem Verschwörungsthriller «Illuminati» von Dan Brown entnommen sein könnte: Ein dem polnischen Papst gewidmetes, etwa 30 Meter hohes und 600 Kilo schweres Holzkreuz stürzte ein und erschlug einen 21jährigen Pilger. Und als würde dieser Zufall noch nicht ausreichen, wohnte das Opfer in seinem Heimatort Lovere in der Nähe von Brescia an der Via Giovanni XXIII. Giovanni (Johannes) XXIII. ist der zweite ehemalige Papst, der morgen Sonntag heiliggesprochen werden soll.

Der Vorfall ist unerklärlich

Der junge Mann hatte an einem Pilgerausflug seiner Pfarrei teilgenommen; er wurde vom Kreuz getroffen und war laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur sofort tot. Beim Einsturz des Kreuzes sass er zusammen mit dem Pfarrer auf einer Bank; wegen einer leichten körperlichen Behinderung konnte er, im Unterschied zu den anderen Mitgliedern seiner Jugendgruppe, nicht rechtzeitig zur Seite springen.

Das Kreuz in dem norditalienischen Bergdorf Cevo war im Jahr 2005 errichtet worden und war Papst Johannes Paul II. gewidmet, der den Ort im Jahr 1998 besucht hatte. Es bestand aus einem langen, geschwungenen Holzbogen, der im traditionellen Kreuz mit dem Erlöser endete. Die Staatsanwaltschaft von Brescia hat eine Untersuchung zur Ursache des Einsturzes eingeleitet. Der Bürgermeister der Gemeinde Cevo, Silvio Citroni, betonte, dass erst vor kurzem reguläre Wartungsarbeiten durchgeführt worden seien. Die Tragödie sei unerklärlich. In Cevo wurden alle im Zusammenhang mit den Heiligsprechungen geplanten Feierlichkeiten abgesagt.

Ein böses Omen?

Der Vorfall hat in Italien für erhebliches Aufsehen gesorgt. Im Mutterland des Katholizismus wird seltsamen Zufällen und merkwürdigen Konstellationen noch deutlich mehr Bedeutung zugemessen als im nüchternen und säkularen Nordeuropa. In Rom spekulierten die Leute gestern praktisch an jeder Strassenecke, ob es sich beim Tod des jungen Mannes um ein böses Omen für die Heiligsprechung handeln könnte – oder gar um ein Zeichen des Herrn, wonach «Er» nicht einverstanden sei mit dem am Sonntag anstehenden Mega-anlass auf dem Petersplatz in Rom. «Ich hoffe, dass Papst Franziskus am Sonntag während der Heiligsprechung an den armen ragazzo (Jungen) und seine Angehörigen erinnern wird», sagte Don Marco Mori von der Diözese Brescia. (str)

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