Paris dementiert Aufnahmestop

Der französische Premierminister Manuel Valls fordere einen Aufnahmestop von Flüchtlingen in Europa. Diese Nachricht war am frühen Mittwochmorgen in zahlreichen Medien zu lesen. Nur kurz darauf folgte das Dementi aus Paris.

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Der französische Premierminister Manuel Valls fordere einen Aufnahmestop von Flüchtlingen in Europa. Diese Nachricht war am frühen Mittwochmorgen in zahlreichen Medien zu lesen. Nur kurz darauf folgte das Dementi aus Paris.

Der französische Premier habe diese Aussage nicht gemacht. Bei einem Gespräch mit ausländischen Journalisten am Dienstag hat Valls die schon bekannte französische Haltung zur Flüchtlingsfrage noch einmal erläutert. Dabei ist der Satz gefallen «L'Europe doit dire qu'elle ne peut plus accueillir autant de migrants, ce n'est pas possible.» («Europa muss sagen, dass es nicht mehr so viele Migranten aufnehmen kann, das ist nicht möglich.») Ein Übersetzungsfehler sorgte nun anscheinend für die Falschmeldung. Anstatt den Satzteil «autant de migrants» mit «nicht mehr so viele Migranten» zu übersetzen, schrieb als erstes die «Süddeutsche Zeitung» von «nicht noch mehr Migranten». Weitere Medienhäuser übernahmen diese Meldung und machten einen «Aufnahmestop» daraus.

Laut der Pressestelle des Premierministers ging es aber nicht um einen Aufnahmestop von Flüchtlingen, sondern um eine reduzierte Aufnahme. Valls wies weiter auf die Gefahren der unkontrollierten Einwanderung hin und sagte, dass die Kontrolle von Europas Grenzen über das Schicksal der EU entscheide. Mit den Nachbarstaaten Syriens müssten Lösungen gefunden werden. Flüchtlinge sollten möglichst nahe ihrer Heimatländer in sogenannten Hotspots untergebracht werden. Wenn das nicht geschehe, drohe der EU Gefahr, weil die Bürger eines Tages sagen würden: Es reicht, Europa! (chs)