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Papua-Neuguinea rückt ins Rampenlicht

Indem es den diesjährigen Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec) ausrichtet, will das bitterarme Land sein Image aufpolieren. China und Australien buhlen derweil um die Gunst des strategisch wichtig gelegenen Inselstaats.
Ulrike Putz, Singapur

Man kann nicht behaupten, dass Port Moresby gut dafür geeignet wäre, ein Treffen von Staatschefs auszurichten: Nicht nur, dass die Hauptstadt von Papua-Neuguinea als eine der gefährlichsten Städte der Welt gilt – die 300000-Einwohner-Stadt hat weder genug Hotels noch die ­Sicherheitskräfte, um Gäste eines internationalen Gipfels zu beherbergen und zu schützen. Wenn sich morgen Samstag die Lenker der 21 Länder des Blocks der Wirtschaftskooperation für Asien-Pazifik (Apec) in der Hafenstadt treffen, werden die meisten der 7000 Delegationsmitglieder deshalb auf gecharterten Kreuzfahrtschiffen schlafen.

Eigens eingeflogene Soldaten aus den USA, aus Australien und Neuseeland werden die Angereisten bewachen, wobei die internationalen Gäste schon davor gewarnt wurden, nach 17 Uhr noch auf die Strasse zu gehen: Dann könne in der Stadt, der der britische «Economist» in einem Ranking der lebenswertesten Städte der Welt im vergangenen Jahr den fünftletzten Platz zuordnete, niemand mehr für ihre Sicherheit garantieren.

Die Hälfte der Bevölkerung gilt als extrem arm

Papua-Neuguinea, oder PNG, wie es in der Region genannt wird, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Hälfte der etwa acht Millionen Einwohner gilt als extrem arm, 25 Prozent der Kinder gehen nicht zur Schule. Grosse Teile der Bevölkerung von Port Moresby leben in Slums, in denen Kinderlähmung, Malaria und Tuberkulose grassieren. Mit bis zu 1000 Völkern mit jeweils eigenen Sprachen gilt Papua-Neuguinea als die ethnisch vielfältigste Nation der Welt. Dass viele der Stämme seit Generationen Krieg gegeneinander führen, gilt als eine Ursache für die Gewalt­bereitschaft vieler Einwohner.

Dass das Land, das nördlich von Australien und östlich von Indonesien liegt, trotz seiner vielen Probleme die Chance gewährt wurde, den Apec-Gipfel auszurichten und so sein Image aufzupolieren, liegt daran, dass es in den vergangenen Jahren geopolitisch an Bedeutung gewonnen hat. China versucht, PNG mit massiven Investitionen zu einem seiner Brückenköpfe im Pazifik auszubauen. Als erste pazifische Nation ist PNG dieses Jahr Teil der «Neuen Seidenstrasse» ­geworden, mit dem China seine Stellung als Welt- und Wirtschaftsmacht zementieren will. Gut vier Milliarden Dollar Hilfsgelder und Kredite gibt Peking aus, um PNG langfristig an sich zu binden und sich so quasi auf der Türschwelle Australiens häuslich einzurichten. An einigen Stellen trennen nur vier Kilometer Wasser jeweils zu Australien und PNG gehörige Inseln.

Wie wichtig Papua-Neuguinea für China ist, zeigt die Tatsache, dass Staatschef Xi Jinping persönlich einfliegt, während seine Kollegen Donald Trump und Wladimir Putin das Treffen schwänzen. Australien reagiert auf die offenen Avancen Pekings nervös. Zuletzt kündigte Canberra an, selbst gut zwei Milliarden Franken im pazifischen Raum ausgeben zu wollen. Damit sollen vor allem Infrastrukturprojekte in PNG vorangetrieben werden. Ausserdem vereinbarten Australien und PNG, gemeinsam einen Marinestützpunkt auf der Insel Manus zu bauen. Das Projekt soll chinesische Pläne, seine Flotte in den Gewässern vor der Küste Australiens in Stellung zu bringen, zunichte machen.

Infrastrukturprojekte sind für PNG von besonderer Bedeutung, weil das erst 1975 von internationaler Verwaltung durch Australien und den Vereinten Nationen unabhängig gewordene Land über reiche Vorkommen an Mineralien, Holz, Erdöl und Erdgas verfügt. Doch fehlen bisher die Strassen, Häfen und Pipelines, um diese Schätze fördern und exportieren zu können. Und noch etwas lähmt die wirtschaftliche Entwicklung des Landes: Papua-Neuguinea lag im vergangenen Jahr im Korruptionsindex von Transparency International wieder auf einem sehr schlechten 135. Platz.

Luxuskarossen auf Staatskosten

Es steht zu befürchten, dass grössere Teile der nun vergebenen Kredite und Hilfsgelder in den Taschen der korrupten Elite landen. Pünktlich zum Apec-Gipfel erschütterte jetzt ein Skandal die Nation. Die Regierung liess es sich nicht nehmen, für die Konferenz 40 Maseratis und zwei Bentleys zu kaufen. Die Opposition spricht von einem schmutzigen Geschäft. Mit dem Gipfel als Vorwand hätten sich einige Politiker eine Luxuskarosse auf Staatskosten bestellt. Die anreisenden Staatschefs jedenfalls bräuchten die Autos nicht: Sie alle brächten ihre eigenen, gepanzerten Fahrzeuge mit.

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