USA

Ölpest vor Küste Kaliforniens schlimmer als angenommen

Nach der Panne an einer Öl-Pipeline in Kalifornien ist die Ölpest vor der Küste von Santa Barbara schlimmer als zunächst angenommen. Der Ölteppich auf dem Pazifik erstrecke sich über 14 Kilometer.

Drucken
Teilen
Ölpest wegen eines Pipeline-Lecks an der kalifornischen Küste von Santa Barbara (USA)_0008
21 Bilder
Ein Leck an einer Pipeline hat vor der Küste von Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien eine Ölpest verursacht.
Ein Leck an einer Pipeline hat vor der Küste von Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien eine Ölpest verursacht.
Ölpest wegen eines Pipeline-Lecks an der kalifornischen Küste von Santa Barbara (USA)_2
Mehrere Kilometer der Küste sind mit Öl bedeckt.
Die Reinigungsarbeiten haben bereits begonnen.
Öl kübelweise aus dem Meereswasser fischen ist eine mühsame und schwierige Herausforderung.
Ein Leck an einer Pipeline hat vor der Küste von Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien eine Ölpest verursacht.
Örtlichen Medien zufolge waren etwa 80000 Liter Erdöl ausgelaufen.
Die Natur leidet, Tiere sterben.
Ein Leck an einer Pipeline hat vor der Küste von Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien eine Ölpest verursacht.
Durch den Schaden an der Pipeline gelangte Öl vor dem Strand Refugio State Beach ins Meer.
Rund 400000 Liter Öl sind ausgelaufen.
Der Ölteppich sei mehr als sechs Kilometer lang, teilte die Küstenwache über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Ölpest wegen eines Pipeline-Lecks an der kalifornischen Küste von Santa Barbara (USA)_0008

Keystone

Dies teilte die Küstenwache am Mittwoch mit. Neuesten Schätzungen zufolge liefen aus der Pipeline 400'000 Liter Öl aus, etwa 80'000 Liter davon könnten ins Meer gelangt sein.

Die an einer Küstenstrasse entlanglaufende Pipeline des Unternehmens Plains All American Pipeline war am Dienstag gebrochen. Auslaufendes Öl gelangte in einen Kanal und von dort aus in den Pazifik. Es dauerte einige Stunden, bis das Leck entdeckt, die Leitung abgeschaltet und der Kanal gesperrt waren.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown erklärte für das betroffene Gebiet den Notstand, um sofort Spezialteams für die Säuberung von Stränden und Meer entsenden zu können. "Wir werden alles tun, um Kaliforniens Küste zu schützen", erklärte er.

Kaum Strandferien

An dem am schwersten betroffenen Strand Refugio State Beach waren derweil unzählige Helfer damit beschäftigt, den schwarzen Schlick von Sand und Felsen zu kratzen. Ein Strand wurde von den Behörden bereits für mindestens eine Woche geschlossen. Um den Ölteppich herum wurde weiträumig ein Fischereiverbot erlassen.

Am kommenden Montag feiern die USA Memorial Day, und normalerweise sind die Strände von Santa Barbara ein beliebtes Ausflugsziel für das lange Wochenende. Nach dem Pipeline-Leck dürften viele Touristen diesmal aber auf ihre Kurzferien am Strand in der Region verzichten.

Plains All American Pipeline entschuldigte sich für den Vorfall und versicherte, alle zu unternehmen, "um die Folgen für die Umwelt zu begrenzen". Umweltschützer befürchten jedoch, dass dies nicht ausreichen wird, um die langfristigen Auswirkungen auf Fauna und Flora einzudämmen.

Sie fordern Nachbesserungen an der Pipeline wie etwas automatische Abschalteinrichtungen sowie wirksamere Vorkehrungen im Falle einer Panne.

"Wieviele Hinweise muss uns die Ölindustrie noch geben, dass die Gesundheit der Menschen und die Umwelt bei ihren Investitionsentscheidungen keineswegs an oberer Stelle rangieren", kritisierte die für Kalifornien zuständige Vertreterin der Umweltbewegung Sierra Club, Kathryn Phillips. "Es ist an der Zeit, dass wir von dieser unglaublich wohlhabenden Industrie mehr verlangen".

Besorgte Umweltschützerin

Die Umweltschützerin Linda Krop sagte der Zeitung "Los Angeles Times", sie sei besorgt über die Auswirkungen der Ölpest. Möglicherweise gefährdete diese vorbeiziehende Grauwale, Blauwale sowie die bereits bedrohten Buckelwale.

Doch auch seltene Seevögel sowie bedrohte Arten an Land seien in dieser biologisch so vielfältigen Region womöglich gefährdet. Auch die US-Umweltschutzbehörde EPA sprach von einer "ernsten Bedrohung" für die Meeresumwelt.

Örtliche Medien veröffentlichten bereits Bilder von toten Meerestieren. Allerdings wiesen die Behörden darauf hin, Zahlen zu verletzten oder getöteten Tieren lägen erst nach den Aufräumarbeiten vor.