Ohne Hilfe im Niemandsland

Flüchtlinge 75 000 Menschen sind es, die derzeit im Niemandsland zwischen Syrien und Jordanien von jeder humanitären Hilfe abgeschnitten sind. Für sie gibt es kein Zurück nach Syrien, und seit zwei Monaten campieren sie vor dem geschlossen Tor zu Jordanien – laut UNO unter «entsetzlichen» Bedingungen.

Walter Brehm
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Flüchtlinge 75 000 Menschen sind es, die derzeit im Niemandsland zwischen Syrien und Jordanien von jeder humanitären Hilfe abgeschnitten sind. Für sie gibt es kein Zurück nach Syrien, und seit zwei Monaten campieren sie vor dem geschlossen Tor zu Jordanien – laut UNO unter «entsetzlichen» Bedingungen.

Jordaniens Regierung hat aber die Durchfahrt für Hilfslieferungen an die Flüchtlinge im Grenzgebiet nach einem Selbstmordanschlag gestoppt. Sieben jordanische Soldaten verloren dabei ihr Leben. Jihad-Terroristen des «Islamischen Staates» hatten das Attentat für sich reklamiert. Stephen O'Brian, UNO-Koordinator für Nothilfe, sagt: «Ich habe Verständnis für die Sicherheitsbedenken der jordanischen Regierung. Tatsache bleibt aber, dass die Flüchtlinge ohne sauberes Wasser, ohne medizinische Hilfe und ohne genügend Lebensmittel hilflos blockiert sind.»

Europäisches Wortgeklingel

Seit Wochen verhandelt O'Brian deshalb in Jordaniens Hauptstadt Amman mit den dortigen Behörden darüber, wie den Flüchtlingen endlich geholfen werden könnte, ohne Jordaniens Sicherheit zu gefährden. Kritik an Amman wäre wohlfeil. Laut eigenen Angaben beherbergt Jordanien mit seinen 9,5 Millionen Einwohnern aber bereits 1,4 Millionen syrische Flüchtlinge. Klagen Jordaniens, am Ende seiner Kapazität zu sein, sollte auch in der internationalen Gemeinschaft nicht zu überhören sein.

Doch vor allem die EU wähnt sich längst selber von Flüchtlingen überfordert. Gebetsmühlenartig wird die Parole wiederholt: «Die Flüchtlingskrise muss an Ort und Stelle bekämpft werden.» Nicht nur für Jordanien bleibt sie Wortgeklingel.