Nur die UNO kann es richten

Hauptsache, wir haben wieder einmal darüber geredet! So liesse sich der Gipfel von Staats- und Regierungschefs zur Überprüfung der UNO-Millenniumsziele zynisch bilanzieren. Sie wurden im Jahr 2000 beschlossen, um den Ärmsten der Welt zu helfen.

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Hauptsache, wir haben wieder einmal darüber geredet! So liesse sich der Gipfel von Staats- und Regierungschefs zur Überprüfung der UNO-Millenniumsziele zynisch bilanzieren. Sie wurden im Jahr 2000 beschlossen, um den Ärmsten der Welt zu helfen. Ein starker kollektiver Wille war nun nicht auszumachen, die Ziele bis 2015 doch noch zu erreichen.

Gleichwohl – der Gipfel war wichtig. Einerseits um festzuhalten: Es gab Fortschritte. Millionen Menschen werden dankbar sein, dass sie nun Zugang zu sauberem Wasser haben, sie weniger hungern müssen, gesünder sind. Anderseits machte der Gipfel erneut bewusst, wie viel noch zu tun ist, um weiteren Millionen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Schliesslich: Wer denn, wenn nicht die UNO, kümmert sich global um Hunger, Armut, Kinder- und Müttersterblichkeit? Etwa die G-20, in der die mächtigsten Volkswirtschaften vereint sind? Diese Institution hat sich bisher um solche Fragen herumgedrückt. Dabei könnte sie Entscheidendes bewirken – etwa indem sie faire Verhältnisse in der Agrar- und Handelspolitik durchsetzt oder Schlupflöcher stopft, in denen Potentaten aus Entwicklungsländern zig Milliarden Dollar verschwinden lassen.

Der Gipfel hat einen Wandel der Einstellung vieler Geberländer zur Entwicklungspolitik deutlich gemacht. Verlangt wird jetzt mehr «Ergebnisorientierung». Und verlangt wird, dass die Empfängerländer verstärkt Rechenschaft über die Verwendung von Hilfsgeldern ablegen. Tatsächlich ist darauf bisher oft zu wenig bestanden worden. Klar ist aber auch, dass viele Länder gerade darin Hilfe brauchen – und dass auf andere Druck ausgeübt werden muss.

Geld allein garantiert noch keine Entwicklung, aber ohne Geld geht gar nichts. Darüber mochte am Gipfel kaum jemand reden – geschweige denn neue Zusagen machen. So gesehen sind die Ziele nicht näher gerückt. Urs Bader

u.bader@tagblatt.ch