Konflikt

«Nordkorea kann überall zuschlagen»: Kim testet eine neue Rakete

Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine neuartige Interkontinentalrakete getestet. Diese könnte das gesamte Festland der USA erreichen.

Drucken
Teilen
Eigenlob: Nordkorea habe mit seinem jüngsten Raketentest sein Ziel erreicht, endlich eine Atommacht zu werden. (Archivbild)

Eigenlob: Nordkorea habe mit seinem jüngsten Raketentest sein Ziel erreicht, endlich eine Atommacht zu werden. (Archivbild)

KEYSTONE/AP KCNA via KNS

Der Test einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-15 sei erfolgreich gewesen, berichteten nordkoreanische Staatsmedien am Mittwoch. Nordkorea habe eine grosse historische Leistung erbracht, um "die staatliche Atomstreitmacht zu vervollständigen". Das Land habe damit sein "historisches Ziel" erreicht, eine Atommacht zu werden, hiess es in einer am Mittwoch im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung.

Nordkorea hatte am frühen Morgen (Ortszeit) seine Rakete mit der bisher grössten Reichweite getestet. Der neue Waffentest stiess international auf scharfe Kritik.

Keine Gefahr für Nordamerika

Ausländische Beobachter hatten allerdings bereits Zweifel am Erfolg des Raketentests geäussert. Nach Erkenntnissen des US-Verteidigungsministeriums stürzte die Rakete nach nur etwa eintausend Kilometern ins Meer und habe keine Gefahr für Nordamerika oder verbündete Nationen dargestellt.

Nach Angaben Japans flog sie 50 Minuten lang und landete nach etwa 1000 Kilometern in der sogenannten Ausschliesslichen Wirtschaftszone des Landes im Japanischen Meer. Das südkoreanische Militär teilte mit, die Rakete habe eine Höhe von 4500 Kilometern erreicht. US-Verteidigungsminister Jim Mattis zufolge handelte es sich um eine ballistische Interkontinentalrakete, die höher geflogen sei als frühere Raketen.

Land treibe Isolation voran

US-Präsident Donald Trump und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe warnten die nordkoreanische Führung, durch die fortgesetzten Raketentests die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. Nach einem Telefonat veröffentlichten die beiden Politiker eine gemeinsame Erklärung. Darin heisst es: "Die Provokationen des nordkoreanischen Regimes untergraben seine eigene Sicherheit und treiben seine Isolation in der internationalen Gemeinschaft voran."

Trump telefonierte auch mit Südkoreas Präsident Moon Jae In. Moon warnte eindringlich vor einer weiteren Eskalation durch Nordkorea oder die USA. "Die Situation könnte ausser Kontrolle geraten", sagte er in Seoul.

Im Juli hatte Nordkorea eine Interkontinentalraketen getestet, die theoretisch auch den US-Bundesstaat Alaska erreichen könnte - nicht aber den Rest der USA.

Unterdessen setzte der UNO-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung an. Das Treffen sei auf Bitten der USA, Japans und Südkoreas für Mittwochnachmittag (Ortszeit) einberufen worden, hiess es von den Vereinten Nationen in New York.