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Nordkorea feuert Kurzstreckenraketen ab

Nordkorea hat nach Erkenntnissen seines südlichen Nachbarn am Samstag erstmals seit 2017 mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag meldete, feuerte Nordkorea mehrere Kurzstreckenraketen über das offene Meer ab.
Führte wieder Raketentests durch: Der nordkoreanische Präsident Kim Jong Un. (Bild: Alexander Safronov/Keystone, Kazan, 24. April 2019)

Führte wieder Raketentests durch: Der nordkoreanische Präsident Kim Jong Un. (Bild: Alexander Safronov/Keystone, Kazan, 24. April 2019)

(sda/afp/apa/reu/dpa) Pjöngjang habe um 09.06 Uhr Ortszeit Raketen von der Ostküstenstadt Wonsan in östlicher Richtung abgefeuert, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Sie hätten dabei eine Strecke von 70 bis 200 Kilometer zurückgelegt.

Die US-Regierung hat derweil Nordkorea nach den Berichten im Blick. «Wir sind uns der nordkoreanischen Aktionen heute Nacht bewusst», teilte die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders, in der Nacht zum Samstag mit und fügte hinzu, das Weisse Haus werde die Lage «weiter beobachten». Der Norden hatte zuletzt im November 2017 eine interkontinentale ballistische Rakete abgefeuert.

Das nordkoreanische Regime hatte die Wiederaufnahme von Atom- und Raketentests bereits im März angedroht, kurz nach dem Scheitern des zweiten Gipfels zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump in Vietnam. Beide Seiten konnten sich nicht einigen in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas. Pjöngjang verlangte die Aufhebung eines Grossteils der Sanktionen.

Die bilateralen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms hatten im Juni 2018 mit einem historischen Gipfeltreffen von Kim und Trump in Singapur begonnen, greifbare Ergebnisse brachten sie aber nicht.

Experte: Frust in Nordkorea wegen Verhandlungen

«Es scheint offensichtlich, dass Nordkorea wütend ist über den scheinbaren Mangel an Flexibilität in der Position der Trump-Administration zum Abbau von Sanktionen», sagte Harry Kazianis vom Institut Center for the National Interest.

Das kommunistische Nordkorea wird wegen seines Atom- und Raketenprogramms international mit Sanktionen belegt. Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim Jong Un und Donald Trump im Februar in Vietnam hat die Unsicherheit ob der Lage auf der koreanischen Halbinsel wieder zugenommen. Es gab mehrfach Berichte über neue Aktivitäten auf nordkoreanischen Testanlagen.

Mitte April vermeldeten nordkoreanische Staatsmedien den Test einer neuen «taktischen Lenkwaffe». Die Aktion wurde ebenfalls als Versuch gewertet, Druck auf die USA auszuüben nach den jüngst gescheiterten Verhandlungen.

Nordkorea steht wegen seiner Atomwaffen- und Raketentests in den vergangenen Jahren unter besonderer Beobachtung der internationalen Gemeinschaft. Im April 2018 verkündete die kommunistische Führung in Pjöngjang einen Stopp der Atombombenversuche und Tests von Interkontinentalraketen. Dadurch haben sich die Spannungen in der Region und auch im Verhältnis zu den USA zunächst deutlich verringert.

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