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Nord- und Südkorea setzen weiter auf Diplomatie

Trotz des ständigen Hin und Her von US-Präsident Donald Trump zeigt sich Pjöngjang versöhnlich. Machthaber Kim Jong Un sei weiterhin für ein Treffen mit den USA bereit.
Felix Lee, Peking
Donald Trump als Störenfried zwischen Kum Jong Un und Moon Jae In: Protestaktion gegen die Absage des geplanten Gipfels zwischen Nordkorea und den USA. (Jeon Heon-Kyun/EPA)

Donald Trump als Störenfried zwischen Kum Jong Un und Moon Jae In: Protestaktion gegen die Absage des geplanten Gipfels zwischen Nordkorea und den USA. (Jeon Heon-Kyun/EPA)

Hickhack in Washington: Nicht einmal 24 Stunden nach seiner Absage des geplanten Gipfels mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat der US-Präsident das Treffen gestern wieder in Aussicht gestellt – und zwar sogar am planmässigen Termin. Beide Seiten seien daran interessiert, begründete Trump seine erneute Kehrtwende. Er lobte Nordkoreas «produktive» Reaktion auf seine Gipfel-Absage. Pjöngjang hatte trotz der wirschen Absage Trumps am Tag zuvor sich «jederzeit» zu Gesprächen bereit erklärt.

Trump teilte gestern im Garten des Weissen Hauses mit, dass die USA derzeit wieder mit Nordkorea über das Gipfeltreffen verhandeln würden. «Sie wollen es sehr gerne machen. Wir würden es gerne machen. Wir werden sehen, was passiert», sagte der amerikanische Präsident. «Es könnte sogar der 12. sein.» Zuvor hatte Trump mit seiner Absage für Entsetzen in Seoul gesorgt. Südkoreas Präsident Moon Jae In sprach in einer kurzen Fernsehansprache von einem «schockierenden und äusserst bedauerlichen» Schritt Trumps.

Nordkoreas Regime reagiert gelassen

Moon beteuerte, er habe sehr viel Hoffnung in das Treffen gesetzt. Er beriet sich gestern in Seoul mit seinem Stab und Sicherheitsberatern. Wiedervereinigungsminister Cho Myoung Gyon kündigte im Anschluss dieser Beratung an, dass sich Südkorea weiterhin für eine Verbesserung der Beziehungen zum Norden einsetzen werde.

«Unsere Regierung wird ihren Teil dazu beitragen, die Panmunjom-Erklärung umzusetzen», sagte Cho. Auf den erneuten Stimmungswechsel Trumps reagierte Seoul nicht. Nach einer Annäherung der beiden Korea war es im April an dem Grenzort Panmunjom zum ersten Treffen zwischen einem südkoreanischen Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber gekommen. Moon und Kim Jong Un unterzeichneten eine Erklärung, in der beide Seiten beteuerten, noch in diesem Jahr offiziell Frieden zu schliessen. Seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953 herrscht zwischen beiden Staaten bis heute offiziell der Kriegszustand.

Nordkorea habe in den letzten Wochen den Eindruck erweckt, es wirklich ernst zu meinen mit der Umsetzung der Vereinbarung sowie der Denuklearisierung, bemerkte der südkoreanische Wiedervereinigungsminister. Am Tag von Trumps Absage hatte Nordkorea damit begonnen, sein Atomtestgelände zu zerstören.

Gemütsruhe herrscht hingegen in Pjöngjang. Auf Trumps Absage am Donnerstag hatte das Regime sich versöhnlich gezeigt. «Die plötzliche Ankündigung zur Absage des Treffens kam zwar auch für uns unerwartet, und wir empfinden diese als zutiefst bedauerlich», teilte Nordkoreas Vize-Aussenminister Kim Kye Gwan mit. «Wir teilen den USA jedoch unsere Bereitschaft mit, sich jederzeit und in jeder Form persönlich zusammenzusetzen, um das Problem zu lösen.»

China warnt vor voreiligen Schlüssen

Trump hatte am Donnerstag das Treffen mit Nordkoreas Machthaber mit der Begründung abgesagt, dass Pjöngjang zuletzt «offene Feinseligkeit» zum Ausdruck gebrach habe. Der Gipfel zum gegenwärtigen Zeitpunkt hielt er dafür für «unangemessen», schrieb er persönlich an Kim Jong Un. In dem Brief drohte Trump mit einem Nuklearschlag, falls Nordkorea sein Atomwaffenprogramm nicht aufgebe. Seine Truppen stünden bereit. Was gestern den Sinneswandel bei ihm ausgelöst hat, ist nicht bekannt. Einige Experten halten Trump inzwischen für nicht mehr zurechnungsfähig.

Von voreiligen Schlüssen riet die chinesische Regierung indes ab. Dass sowohl Donald Trump als auch Kim Jong Un weiter ausdrücklich die Möglichkeit von Gesprächen offen liessen, sei doch ein positiver Ansatz, sagte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums in Peking. Er rief dazu auf, dass beide Seiten an ihrem guten Willen festhalten sollten. Schliesslich sei die jüngste Entspannung auf der Koreanischen Halbinsel «hart erarbeitet», der Prozesses zur Beilegung des Konflikts eine «seltene historische Chance». Dies solle von allen Seiten «positiv gewertet» werden.

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