Neuer Prozess gegen Berlusconi

ROM. In Neapel begann gestern ein neuer Prozess gegen Silvio Berlusconi: Er soll 2006 einen linken Senator «gekauft» haben, um die Regierung Prodi zu stürzen, was 2008 auch gelang.

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ROM. In Neapel begann gestern ein neuer Prozess gegen Silvio Berlusconi: Er soll 2006 einen linken Senator «gekauft» haben, um die Regierung Prodi zu stürzen, was 2008 auch gelang.

Im Frühling 2006 hatte das Mitte-Links-Bündnis unter Romano Prodi zwar die Wahlen gewonnen, doch im Senat betrug der Vorsprung nur zwei Stimmen. Sofort leitete der neue Oppositionsführer Berlusconi das ein, was die Medien salopp als «Senatoren-Shopping» bezeichneten. Linke Senatoren berichteten, sie seien von Leuten Berlusconis mit allerlei Versprechen geködert worden, die Seiten zu wechseln.

Zunächst fiel keiner um – bis der Neapolitaner Sergio De Gregorio 2007 plötzlich ins Berlusconi-Lager wechselte. Er bestritt zuerst, dafür einen Judaslohn erhalten zu haben – bis er im letzten März einräumte, von 2006 bis 2008 über Berlusconis Mittelsmann Valter Lavitola drei Millionen Euro erhalten zu haben, zwei Millionen davon schwarz.

Gestern nun ist gegen alle drei – Berlusconi, De Gregorio und Lavitola – ein Prozess wegen Korruption eröffnet worden. (str)