Polen

Neue Prognose nach Präsidentenwahl in Polen: Ausgang weiter unklar

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Polen hat Amtsinhaber Andrzej Duda nach neuen Prognosen seinen Vorsprung vor seinem Herausforderer Rafal Trzaskowski ausgebaut. Demnach erhielt Duda 51 Prozent.

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Präsidentschaftswahl: Amtsinhaber Andrzej Duda muss bei der Stichwahl in Polen um den Wahlsieg zittern - es wird nach ersten Berechnungen sehr knapp.

Präsidentschaftswahl: Amtsinhaber Andrzej Duda muss bei der Stichwahl in Polen um den Wahlsieg zittern - es wird nach ersten Berechnungen sehr knapp.

KEYSTONE/EPA/RADEK PIETRUSZKA

Auf Trzaskowski entfielen 49 Prozent. Die Prognosen beruhen auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen in 500 Wahlbüros und Teilauszählungen in 450 dieser Wahlbüros. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos haben diese detaillierten Prognosen eine Fehlertoleranz von einem Prozentpunkt.

Hochrechnungen, wie in vielen anderen Ländern, gibt es in Polen keine. Das offizielle Endergebnis wird nach Angaben der Wahlkommission frühestens am Montagabend vorliegen.

Einfluss auf Aussenpolitik

Die Wahlbeteiligung war trotz der Coronavirus-Pandemie hoch. Laut Prognosen lag sie bei 67,9 Prozent. Wie die Wahlkommission in Warschau mitteilte, hatten bis um 17 Uhr am Sonntagnachmittag 52,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

In Polen amtiert der Präsident fünf Jahre lang. Das Staatsoberhaupt repräsentiert das Land nicht nur nach aussen. Der Präsident hat auch Einfluss auf die Aussenpolitik, er ernennt den Ministerpräsidenten sowie das Kabinett und ist im Kriegsfall Oberkommandierender der polnischen Streitkräfte. Ausserdem kann er mit seinem Veto-Recht Gesetzentwürfe stoppen. Im Parlament ist dann eine Drei-Fünftel-Mehrheit nötig, um das Veto des Präsidenten zu überstimmen.