Kommentar

Neue Luzerner Theaterintendantin:
Ein doppeltes Signal

Die Wahl von Ina Karr steht für die Weiterführung des Aufbruchs
unter Benedikt von Peter. 

Urs Mattenberger
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Urs Mattenberger

Urs Mattenberger

Die Wahl der neuen Intendantin für das Luzerner Theater ist auf den ersten Blick unspektakulär. Denn mit Ina Karr wurde eine Person gewählt, die zwar Führungserfahrung innerhalb eines Mehrspartenhauses hat, aber nicht Regie führt. Und Spartenleiter stehen weniger im Rampenlicht als die Regisseure, die auf der Bühne für Furore sorgen. Wie die künftige Intendantin diesen Furor in Luzern weiterführen wird, wird also vor allem davon abhängen, welche Teams sie für Luzern gewinnen kann.

Dass sie mit Aufsehen erregenden Regisseurinnen und Regisseuren zusammenarbeitet, zeigt, dass die Chancen dafür nicht schlecht stehen. Abgesehen davon sendet die Wahl zwei wichtige Signale aus. Der Verzicht auf eine der profilierten Regiepersönlichkeiten, die sich offenbar beworben haben, steht indirekt dafür, dass der unter Benedikt von Peter begonnene Aufbruch weiterentwickelt werden soll. Dass Ina Karr mehr Zeit haben wird, sich in den Prozess hin zu einem neuen Theater einzubringen, ist das andere Signal. Nicht auf der Bühne herrscht bei diesem Intendantenwechsel Not, sondern in der Infrastruktur. Das ist über alles Künstlerische hinaus auch eine politische Botschaft.