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Nervöse Trump-Gegner

Panik in der Parteiführung der US-Republikaner. Mit allen Mitteln versuchen die alten Eliten, Donald Trumps Marsch zur Präsidentschaftsnominierung zu stoppen.
Thomas Spang

WASHINGTON. Es war einer dieser Momente, die den Vorwahlkampf der Republikaner zum Zirkus machen. Am Ende der elften Präsidentschaftsdebatte in Detroit sollten die vier verbliebenen Kandidaten die Frage beantworten, ob sie den Sieger des Rennens um die Nominierung am Ende unterstützten. Nicht einer gab eine ehrliche Antwort.

Marco Rubio genauso wenig wie John Kasich, die den «NeverTrump»-Flügel der «Grand Old Party» repräsentieren. Die beiden moderateren Kandidaten sind die Hauptempfänger von Millionenspenden der republikanischen Geldgeberkaste, die seit je den Ton in der GOP angibt.

Ted Cruz klang auch nicht besonders glaubwürdig, nachdem sein Image des evangelikalen Saubermanns durch die aufgeflogenen schmutzigen Tricks in Iowa Schaden genommen hatte. Niemand sonst musste sich so häufig die Beschimpfung «Lügner» anhören.

Der Narziss Donald Trump schliesslich wird niemals klein begeben, falls das Establishment versuchte, ihm am Parteitag in Cleveland die Nominierung aus den Händen zu reissen, obwohl er vielleicht keine Mehrheit, aber die meisten Delegiertenstimmen hat.

Kritik von Paul Krugman

Diese Momentaufnahme am Ende einer über Strecken kindischen Debatte illustriert die Kritik, die Kolumnist Paul Krugman äussert. Was die Öffentlichkeit derzeit erlebt, stellt sich aus seiner Sicht als «Zusammenprall der republikanischen Betrüger» dar. Trump sei ein Betrüger, schreibt der Wirtschaftsnobelpreisträger. «Aber ist er betrügerischer als das Establishment, das ihn zu stoppen versucht? Nicht wirklich.» Die Vorstellung, Trump an der Spitze der Supermacht zu haben, sei gewiss beängstigend. «Aber die Aussicht eines Präsidenten Rubio, der umringt von Kriegstreiben im Weissen Haus sitzt, sollte genau solchen Schrecken verbreiten. Oder eines Präsidenten Cruz, der am liebsten die spanische Inquisition zurückbringen würde.»

Die Republikaner hätten darüber hinaus seit Jahren die Wähler geködert, die nun Trump wählten. «Der Grund, warum Weisse im Süden zu 90 Prozent Republikaner wählen, hat gewiss nichts mit deren philosophischer Nähe zu radikal-liberalen Prinzipien der Partei zu tun.»

Dass ausgerechnet der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Mitt Romney versucht, sich an die Spitze der Anti-Trump-Bewegung zu setzen, finden auch viele andere Analysten unglaubwürdig. Romney hatte vor der Debatte am Donnerstag in einer Rede vor «einem Aufschneider und Betrüger» gewarnt, «der die amerikanische Öffentlichkeit zum Narren hält». Dieser gefährde die Demokratie, trete Werte mit den Füßen und sei gefährlich für die Welt.

Leichtes Ziel für Spott

Die «New York Times» erinnert daran, dass es Romney war, der während des Wahlkampfs 2012 über die «Selbstdeportation» der elf Millionen Einwanderer ohne Papiere schwadronierte. Und damals nur allzu gerne Trumps Unterstützung annahm. Damit machte sich das Aushängeschild des Establishments zum leichten Ziel für den Rechtspopulisten, dem der Auftritt eher half, seine Anhänger zusammenzuschweissen. Genüsslich erinnerte Trump daran, wie Romneys reiche Freunde an einem privaten Spendertreffen im Trump-Tower den Teppich des Gastgebers ruinierten. «Vielleicht sollte ich Romney die Rechnung schicken», ätzte er.

Einen Unabhängigen bringen?

George W. Bushs Ex-Redenschreiber Michael Gerson ist realistisch. Falls Trump Rubio am 15. März in dessen Heimatstaat Florida oder Kasich in Ohio schlage, werde sich nicht einmal mehr eine Delegiertenmehrheit Trumps in Cleveland verhindern lassen. «Die Anti-Trump-Republikaner stehen dann vor dem Entscheid, Clinton zu wählen oder einen unabhängigen Kandidaten aufzustellen.»

Ob «NeverTrump» mehr als ein Twitter-Eintrag ist, wird sich erstmals heute Samstag zeigen, wenn die Republikaner in Maine, Kansas, Kentucky und Louisiana abstimmen.

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