UKRAINE-KRISE
US-Vize-Aussenministerin nach ergebnislosem Nato-Treffen mit Russland: «Hoffe, dass Putin Weg der Diplomatie wählt»

Russland läuft mit seinen Forderungen nach einem Ende der Nato-Erweiterung auf. Ob eine diplomatische Lösung für die Sicherheitskrise in der Ukraine gefunden wird, liegt nun an Präsident Wladimir Putin.

Remo Hess, Brüssel
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Wendy Sherman: "Wenn Russland jetzt davonläuft, ist klar, dass sie es gar nie ernst gemeint haben"

Wendy Sherman: "Wenn Russland jetzt davonläuft, ist klar, dass sie es gar nie ernst gemeint haben"

Keystone

Nachdem die USA mit Russland am Montag in Genf bilateral verhandelt hatten, fanden am Mittwoch in Brüssel Gespräche unter Beizug der restlichen 29 Nato-Staaten statt. Fazit: Die westliche Verteidigungsallianz weist die russischen Kernforderungen entschieden zurück. Diese bestehen aus einem Ende der Nato-Erweiterungspolitik und dem Abzug von Nato-Truppen aus Osteuropa.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (rechts) mit dem russischen Vize-Aussenminister Alexander Gruschko und Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (rechts) mit dem russischen Vize-Aussenminister Alexander Gruschko und Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin.

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Russische Forderungen von Anfang an ein «Rohrkrepierer»

Die russischen Anliegen seien von Anfang an ein «Rohrkrepierer» («Non-Starter») gewesen, sagte die stellvertretende US-Aussenministerin Wendy Sherman. Jedes Land sei frei, seinen eigenen Weg zu bestimmen, so Sherman mit Blick auf die Ukraine und Georgien und deren Nato-Beitrittswunsch. Die «Politik der offenen Tür» sei ein Kernprinzip, von dem man unter keinen Umständen abrücken werde.

Gleichwohl habe man Russland angeboten, über Themen wie Rüstungskontrolle, Transparenz und vertrauensbildende Massnahmen zu sprechen. Man habe weitere Treffen und die Wiedereröffnung der ständigen Vertretungen in Brüssel respektive in Moskau vorgeschlagen, so Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Ob die Russen darauf einsteigen werden, blieb am Mittwoch aber unklar. «Wenn die russische Delegation nach dem morgigen Treffen bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit zurück nach Moskau reist und Präsident Putin informieren wird, hoffe ich, dass er den Weg der Diplomatie wählen wird», so Sherman. Ob er das tut, könne sie nicht sagen. Aber: «Wenn Russland jetzt davonläuft, ist klar, dass sie es gar nie ernst gemeint haben», so Sherman.

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