Nächste Woche soll "Charlie Hebdo" in Rekordauflage erscheinen

Trotz des Anschlags mit zwölf Toten soll die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in der kommenden Woche erscheinen – und zwar mit einer ungewöhnlich hohen Auflage. Anstatt der üblichen 60'000 sollen eine Million Exemplare gedruckt werden.

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Das «weltweite Interesse» nach dem blutigen Anschlag rechtfertige diese hohe Auflage, sagte der Anwalt des Wochenblatts, Richard Malka, am Donnerstag. Das Heft soll allerdings nur acht Seiten umfassen, anstatt der üblichen 16.

Bei dem Angriff auf die Redaktionsräume im Herzen von Paris hatten zwei schwerbewaffnete, mutmasslich islamistische Attentäter am Mittwochvormittag acht Mitarbeiter der Zeitung niedergemetzelt, darunter ihren langjährigen Leiter Stéphane Charbonnier − mit Künstlernamen Charb − und vier andere Karikaturisten.

"Koste es, was es wolle"
"Wir werden weitermachen", sagte "Charlie Hebdo"-Autor Patrick Pelloux nach einem Treffen mit anderen Redaktionsmitgliedern der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben uns entschieden, kommende Woche eine Ausgabe herauszugeben. Wir sind alle einverstanden."

"Das ist sehr hart, wir alle sind voller Leid, Schmerz, Angst", sagte Pelloux weiter. "Aber wir machen es trotzdem, denn die Dummheit wird nicht gewinnen. Charb hat immer gesagt, dass die Zeitung erscheinen müsse, koste es, was es wolle." "Charlie" müsse herauskommen, betonte auch der Chef der Nachrichtenagentur AFP, Emmanuel Hoog. Würde dies nicht geschehen, wäre dies eine "Abdankung".

"Libération" bietet Unterschlupf
Die linksgerichtete "Libération" will die verbliebenen Mitarbeiter von "Charlie Hebdo" ab Freitag in ihren Redaktionsräumen unterbringen, weil die Büros des Satireblatts wegen der laufenden Ermittlungen zunächst nicht genutzt werden können. Auch die Pariser Abendzeitung "Le Monde" und der private Fernsehsender Canal plus boten Unterstützung an.

Bereits im Jahre 2012, als die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" nach der Veröffentlichung vom Mohammed-Karikaturen durch einen Brandanschlag verwüstet wurden, hatte "Libération" die Kollegen des Satiremagazins vorübergehend beherbergt. (sda)