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Mysteriöser Tod eines Putin-Vertrauten in den USA

WASHINGTON. Der Tod des früheren Medienberaters des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Washington wird immer mysteriöser. Der 59jährige Michail Lesin soll im November nicht an Herzversagen, sondern an den Folgen einer Kopfverletzung gestorben sein.
Thomas Spang

WASHINGTON. Der Tod des früheren Medienberaters des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Washington wird immer mysteriöser. Der 59jährige Michail Lesin soll im November nicht an Herzversagen, sondern an den Folgen einer Kopfverletzung gestorben sein.

Der russische Propaganda-Sender RT wusste freilich schon vor der Begutachtung des Leichnams durch einen Gerichtsmediziner alles: Lesin habe in einem Hotel einen Herzinfarkt erlitten und sei eines natürlichen Todes gestorben. Kurioserweise hatten es auch die Amerikaner nicht eilig, Genaueres über den Tod des Mannes mitzuteilen, der wegen seines unzimperlichen Umgangs mit der Opposition in Russland als «der Bulldozer» bekannt ist. Namentlich nicht in Erscheinung tretende Ermittler liessen sich in den US-Medien mit der Aussage zitieren, es gebe weder Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen in das Hotelzimmer noch auf Einwirkungen von aussen.

Hinweise auf einen Kampf

Ungewöhnlich lange dauerte es auch, bis ein Gerichtsmediziner vor zwei Monaten eine Obduktion durchführte. Noch länger musste die Öffentlichkeit auf den Befund warten. Dieser liegt erst jetzt vor. Das medizinische Gutachten stellt fest, der russische Politiker sei nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern schweren Kopfverletzungen erlegen. Ausserdem seien am Leichnam Gewalteinwirkungen im Nackenbereich, am Brustkorb, den Armen und Beinen nachweisbar. Für Experten deutet damit alles auf einen Kampf oder eine andere physische Auseinandersetzung hin. Unbeantwortet bleibt die Frage, was an dem Novemberabend zum Tod Lesins führte.

Die Umstände liefern Stoff für alle möglichen Vermutungen. Eine der glaubwürdigeren Varianten erhält in den US-Medien besondere Beachtung. Demnach musste der in Ungnade gefallene «Bulldozer» sterben, weil er bereit schien, gegenüber dem FBI über die finanziellen Machenschaften im Kreml auszusagen.

Nach dieser Theorie eignete sich Lesin bei der erzwungenen Übernahme des kritischen Privatsenders NTV durch die staatliche Gazprom-Media-Organisation grössere Millionenbeträge an. Damit habe er unter anderem Luxus-Immobilien in den USA, auf den Jungferninseln und in Europa gekauft. Sein Besitz in Los Angeles allein wird auf 28 Millionen Dollar geschätzt.

Innerhalb der Kreml-Hierarchie sei es zu Streit mit Yuri V. Kovalchuk gekommen, einem Milliardär, der Putin näherstand als Lesin. Das könnte den Rücktritt von seinen Funktionen 2014 erklären. Zur selben Zeit machte in den USA der Russland-kritische Senator Roger Wecker aus Mississippi Druck, strafrechtliche Ermittlungen unter anderem wegen Korruption und Geldwäsche einzuleiten.

Im Hotel nahe dem FBI

Daheim in Ungnade gefallen und in den USA von Enteignung bedroht, habe Lesin allen Grund gehabt, mit den US-Ermittlern zu kooperieren. Daher sei er im November nach Washington gereist und im «Dupont Circle Hotel» unweit des FBI und des Justizministeriums abgestiegen.

Mit seinen Insider-Kenntnissen hätte Lesin den Amerikanern Einblicke in dunkle Machenschaften des Kreml liefern können. Er wäre, so heisst es, nicht das erste Opfer Putins gewesen.

Bewiesen ist von all dem bisher nichts. Zumal sein Sohn, der seinen Namen zu Anton Lessine geändert hat und ein erfolgreicher Filmproduzent in Hollywood ist, behauptet, der Immobilienbesitz in Los Angeles gehöre ihm und seiner Schwester.

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