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Mussolinis Urenkel steigt bei Europawahl ins Rennen

Mit Caio Giulio Cesare Mussolini geht ein weiterer Nachkomme des früheren Diktators in die Politik. Er soll der Rechtspartei Fratelli d’Italia viele Stimmen bescheren.
Gabriela Jordan
Caio Giulio Cesare Mussolini gab per Video seine Kandidatur bekannt.Mit ihm: «Fratelli d’Italia»-Parteichefin Giorgia Meloni.Bild: Screenshot

Caio Giulio Cesare Mussolini gab per Video seine Kandidatur bekannt.Mit ihm: «Fratelli d’Italia»-Parteichefin Giorgia Meloni.Bild: Screenshot

Die Nachricht haben selbst zahlreiche Medien ausserhalb von Europa aufgegriffen: Caio Giulio Cesare Mussolini (50), Enkel von Vittorio Mussolini und somit Urenkel des früheren italienischen Diktators Benito Mussolini (1883 bis 1945), kandidiert für die Parlamentswahl der Europäischen Union am 26. Mai. Wie am Montag bekannt wurde, tritt er für die postfaschistische Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) an. «Es ist eine Ehre für mich, die Kandidatur von Caio Giulio Cesare Mussolini für uns anzukündigen», sagte Parteichefin Giorgia Melonis. «Es handelt sich um eine Persönlichkeit, die unsere Wahllisten bereichert.» Dass als Schauplatz für die Ankündigung der Palazzo della Civilità Italiana gewählt worden ist, dürfte kein Zufall gewesen sein: Das Bauwerk in Rom diente seinerzeit der Verherrlichung des Faschismus.

Lässt man seine Herkunft ausser Acht, ist Caio Mussolini politisch gesehen noch ein unbeschriebenes Blatt. Der Urenkel des «Duce» blickt auf eine Karriere als Militär der italienischen Marine und als Manager des italienischen Rüstungskonzerns Finmeccanica zurück, welcher heute unter dem Namen Leonardo bekannt ist. Während dieser Zeit hat Caio Mussolini bewusst nicht an politischen Ereignissen teilgenommen, wie er italienischen Medien zufolge selbst über sich sagt. Erst vor kurzem trat er der Rechtspartei Fratelli d’Italia bei. Seitdem mehrten sich die Anzeichen, dass er in die Politik einsteigen wird. Der erste aus der Familie Mussolini ist er damit nun nämlich nicht: Bereits Alessandra Mussolini, Tochter von Mussolinis jüngstem Sohn Romano, wurde 2014 für die Forza Italia ins EU-Parlament gewählt. Auch ihre Halbschwester Rachele hat sich bei den Fratelli d’Italia politisch betätigt.

Was die Italiener von Caio Mussolini in Brüssel erwarten könnten, ist schwierig zu sagen. Bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur meinte er lediglich, dass sein Ziel die Förderung Süditaliens sei. Ansonsten scheint er eine Wundertüte zu sein, die sich gerade in dem für die Fratelli d’Italia zentralen Thema Migration widerspricht. So lobt er die restriktive Einwanderungspolitik von Innenminister Matteo Salvini und hebt zugleich die Vorzüge der Migration hervor.

Gerne weist er dabei auf seine eigene Familiengeschichte hin, die naturgemäss besonders nach dem Krieg viele Auswanderer hervorbrachte. Er selbst wuchs in Venezuela auf und lebt heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Noch heute müsse er immer wieder beweisen, dass er ein «normaler Mensch» sei, beklagt sich Caio Mussolini in diesem Zusammenhang. Kaum hilfreich ist dabei allerdings sein pompöser Name, der eine Abwandlung von Gaius Julius Cäsar ist, des einstigen römischen Feldherrn. So bekundete Caio Mussolini beispielsweise wiederholt Mühe, ein Facebook-Konto zu erstellen. Erst am Montag wurde dieses nach Bekanntgabe seiner Kandidatur wieder einmal gelöscht. Allerdings liegt das Problem wohl eher an seinem Nach-, als an seinem Vornamen.

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