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Mit Fallschirmbomben gegen Schulkinder und Lehrer

Luftangriff gegen eine Schule in der Provinz Idlib. Russland und Syrien weisen Vorwürfe zurück.
Michael Wrase/Limassol

Bei Luftangriffen auf einen Schulkomplex in der syrischen Provinz Idlib sind mindestens 22 Schüler und acht Lehrer getötet worden.

Moti'a Jalal war unter den Ersten, die den zerbombten Schulkomplex erreichten. Der für die syrischen «Weisshelme» arbeitende Aktivist hatte «die Bomben fallen sehen». Er erzählt «Es waren acht und sie hingen an Fallschirmen. Der Angriff weist eher auf die russische Luftwaffe hin. Fallschirmbomben gehörten – zumindest bisher – nicht zum Arsenal der Assad-Armee.

Die von Augenzeugen mit einer Apokalypse verglichene Trümmerlandschaft befindet sich in der Ortschaft Hass, die 75 Kilometer südwestlich von Aleppo liegt und Teil der von Jihadisten kontrollierten Provinz Idlib ist. Unter ihnen ist auch die «Syrische Eroberungsfront», die als Nusra-Front bis zum Sommer zur Al Qaida gehörte. Es sei womöglich der schwerste Angriff auf eine Schule seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges vor fünfeinhalb Jahren gewesen, sagte Antony Lake, Direktor des Kinderhilfswerks Unicef. Der ehemalige US-Diplomat nannte den Angriff einen «Skandal». Sollten er vorsätzlich erfolgt sein, was Augenzeugen in der Ortschaft behaupten, sei das ein Kriegsverbrechen. Auf eine direkte Schuldzuweisung verzichtete er aber.

Moskau fordert Untersuchung

Es dauerte mehr als sechs Stunden, bis die Regierenden in Damaskus und Moskau auf die Angriffe reagierten und jegliche Beteiligung bestritten. «Wir haben mit dieser furchtbaren Attacke nichts zu tun», behauptete die Sprecherin des Moskauer Aussenministeriums, Maria Sacharowa, und forderte eine internationale Untersuchung. Auch das russische Verteidigungsministerium wies jegliche Verantwortung von sich. Man habe seit neun Tagen keine Angriffe mehr in einem Radius von zehn Kilometer um Aleppo geflogen, sagte Igor Konaschenkow.

Was der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums offenbar nicht wusste oder offen legen wollte, ist, dass die Ortschaft Hass nicht in der von der russischen Luftwaffe angeblich geschonten Zehn-Kilometer-Zone um Aleppo liegt, sondern über 70 Kilometer von der nordsyrischen Millionenstadt entfernt liegt.

UNO befürchtet weitere Eskalation

In der Provinz Idlib waren in den vergangenen Tagen mehrfach Stellungen von Jihad-Rebellen von der russischen Luftwaffe angriffen worden. Trotz eines leichten Abflauens der Kämpfe um Aleppo befürchten die Vereinten Nationen in den kommenden Monaten eine weitere Verschlechterung der humanitären Lage. Der Krieg werde «immer schlimmer, immer rücksichtsloser», sagte Jan Egeland, der Nothilfe-Koordinator der UNO in Syrien gestern in Genf. Besonders der bevorstehende Winter bereite internationalen Hilfsorganisationen grosse Sorgen.

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