Mit 8000 Waisen zu Fuss nach Syrien

Im Jahr 1899 reiste Jakob Künzler aus Hundwil in Appenzell Ausserrhoden als Missionar nach Urfa im Südosten des Osmanischen Reichs. Den Völkermord an den Armeniern 1915/16 erlebte er dort als Augenzeuge mit. Zusammen mit seiner Frau Karen Jeppe versteckte er Tausende armenische Flüchtlinge.

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Im Jahr 1899 reiste Jakob Künzler aus Hundwil in Appenzell Ausserrhoden als Missionar nach Urfa im Südosten des Osmanischen Reichs. Den Völkermord an den Armeniern 1915/16 erlebte er dort als Augenzeuge mit. Zusammen mit seiner Frau Karen Jeppe versteckte er Tausende armenische Flüchtlinge. Das Erlebte beschrieb er 1919 im Buch «Im Lande des Blutes und der Tränen». 1922 zog er mit 8000 armenischen Waisenkindern zu Fuss, in Kutschen sowie auf Lastwagen nach Djerablus in Syrien und nach Ghazir bei Beirut. In Hundwil findet daher morgen Samstag, 25. April, ein Gedenkanlass statt, der an den Genozid am armenischen Volk erinnert. Am Nachmittag führt Pfarrer Bernhard Rothen durch das Dorf und erzählt aus Jakob Künzlers Leben. Am Abend gibt der armenische Opernsänger Robert Virabyan vom Theater St. Gallen von 19.30 bis 20.30 Uhr in der Kirche Hundwil ein Konzert. Organisiert hat den Anlass der Verein Cevi Zürich, der mit Armenien im Bereich Jugendarbeit (YMCA, Young Men Christian Association) eine Partnerschaft hat. Anmeldung und weiter Informationen zu dem Anlass per Mail: armenien@cevizuerich.ch. (nar)