Ministerpräsident muss zurücktreten

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Pakistan Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif ist gestern zurückgetreten. In einer überraschenden Entscheidung hatte ihn der Oberste Gerichtshof zuvor seines Amtes enthoben. Die Entscheidung der fünf Richter fiel einstimmig, wie Medien berichteten. Hintergrund waren Vorwürfe und mehrere Gerichtsverfahren wegen Geldwäscherei und Korruption. Kurz nach dem Urteil erklärte Sharif über sein Büro, er sei zurückgetreten. Er habe aber «starke Vorbehalte» gegen das Urteil und werde alle «Möglichkeiten der Verfassung und des Rechts nutzen».

Kinder tauchen in Panama-Papers auf

Jahrelang galt Sharif als politisches Stehaufmännchen. Die überraschende Entscheidung des Obersten Gerichtes beendet die Karriere eines der mächtigsten Politiker des Landes und trifft es in Zeiten der Krise. 2016 waren mit dem internationalen Panama-Papers-Skandal auch Dokumente mit den Namen von Kindern des Regierungschefs aufgetaucht, nicht aber sein eigener. In Pakistan kann ein Ministerpräsident des Amtes enthoben werden, wenn sich herausstellt, dass er Vermögen verborgen hat.

Das Gericht hatte seine Entscheidung damit begründet, dass Sharif sein Vermögen nicht ordnungsgemäss offengelegt habe. Die Richter wiesen ausserdem das Nationale Rechenschafts­büro an, eine Korruptionsklage gegen Sharif, seine beiden Söhne und seine Tochter Maryam, die Sharif für seine politische Nachfolge aufgebaut hatte, anzustrengen. Die Richter ordneten in einem zweiten Schritt an, dass die Entscheidung lebenslang gelten solle und Sharif nie wieder an Wahlen werde teilnehmen können. (sda)