Minister stolpert über Beleidigungen

Der rumänische Verkehrsminister Ioan Rus ist am Donnerstag zurückgetreten, nachdem seine Äusserungen über Auslandsrumänen parteiübergreifend für Empörung gesorgt hatten. Der Sozialist hatte es als Problem bezeichnet, dass die vielen im Ausland arbeitenden Familienväter ihre Angehörigen zu Hause liessen - und zu derben Worten gegriffen.

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Der rumänische Verkehrsminister Ioan Rus (links) muss den Hut nehmen. (Bild: www.gov.ro)

Der rumänische Verkehrsminister Ioan Rus (links) muss den Hut nehmen. (Bild: www.gov.ro)

Die Kinder der im Ausland arbeitenden Rumänen entwickelten sich zu "Lümmeln" und ihre Ehefrauen zu "Huren", sagte Rus am Vortag in einem Fernsehinterview. Der Verband der Auslandsrumänen Fadere wertete die Aussage als "verantwortungslose Beleidigung" von Menschen, die in den vergangenen sieben Jahren 35 Milliarden Euro nach Hause geschickt hätten.

Die etwa drei Millionen im Ausland lebenden Rumänen gelten zu Hause auch als wichtiger politischer Faktor. Ihre Stimmen hatten nach Meinung vieler Wahlforscher das Ergebnis der Präsidentenwahl vom letzten Herbst entschieden.

Dabei wurde der bürgerliche Klaus Iohannis zum Staatschef gewählt. Der sozialistischen Regierung wird vorgeworfen, damals den Auslandsrumänen die Stimmabgabe organisatorisch erschwert zu haben. (sda)