Minister droht mit Flüchtlingen

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Türkei Im Streit mit Deutschland und den Niederlanden hat der türkische Innenminister Süleyman Soylu gedroht, Tausende Flüchtlinge in die EU zu schicken. «Wenn ihr wollt, schicken wir euch die 15000 Flüchtlinge, die wir jeden Monat zurückhalten», sagte Soylu am Donnerstagabend laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Zuvor hatte bereits Aussenminister Mevlüt Cavusoglu gedroht, die Rücknahmevereinbarung mit der EU aufzukündigen. Ankara und Brüssel hatten vor einem Jahr einen Flüchtlingspakt geschlossen, der vorsieht, dass die Türkei Flüchtlinge zurücknimmt, die auf die griechischen Ägäis-Inseln kommen.

Soylu warf Europa vor, «Spiele» gegen die Türkei zu spielen. «Ihr könnt keine Spiele in dieser Region unter Umgehung der Türkei spielen», sagte der Minister, der als Vertrauter von Präsident Recep Tayyip Erdogan gilt. Er beschuldigte Deutschland und die Niederlande, hinter den Gezi-Protesten im Juni 2013 und dem Umsturzversuch von Juli 2016 zu stecken. Soylu warf beiden Ländern ausserdem vor, sich in innere Angelegenheiten seines Landes einzumischen. «Was geht euch das an? Habt ihr etwa die Türkei in die Europäische Union aufgenommen? Habt ihr die Türkei beim Kampf gegen den Terror unterstützt?» (sda)