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Mindestens 84 Tote bei Anschlag in Nizza - Zwei Schweizer Opfer

Nach dem Anschlag von Nizza mit 84 Toten rangen am Freitag noch immer 52 Menschen um ihr Leben; insgesamt wurden mehr als 200 verletzt. Unter den Todesopfern waren auch eine Frau und ein Kind aus der Schweiz.
Der Lastwagen steht noch immer auf der Promenade des Anglais. (Bild: IAN LANGSDON (EPA))

Der Lastwagen steht noch immer auf der Promenade des Anglais. (Bild: IAN LANGSDON (EPA))

Unter den Toten sind ausserdem mindestens drei Deutsche, zwei US-Bürger, eine Russin, eine Armenierin, ein Ukrainer sowie ein Tunesier. Laut dem zuständigen Staatsanwalt François Molins sind unter den Toten zehn Kinder und Jugendliche. Den Namen des Täters gab der Staatsanwalt am Freitag in Nizza mit Mohamed Lahouaiej-Bouhlel an, bei ihm handelt es sich um einen 31-jährigen Tunesier, selbst Vater von drei Kindern.

Den Ermittlern zufolge herrscht noch Unklarheit, ob es sich bei dem Angreifer um einen Einzeltäter handelte. Die Tat deute aber auf islamische Extremisten hin, erklärte Staatsanwalt Molins vor den Medien weiter.

Am Donnerstagabend war nach dem traditionellen Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag an der Promenade des Anglais in Nizza ein Attentäter mit einem schweren Lastwagen in die Menge gerast. Die Polizei erschoss den Mann, bei dem es sich um einen Kleinkriminellen handelt. Er war bisher nicht als radikaler Islamist aufgefallen.

Der Attentäter bog Augenzeugenberichten zufolge mit seinem gemieteten Lastwagen kurz nach 22.30 Uhr in die Promenade des Anglais ein, eine mehrspurige Strasse, die von einer breiten Flaniermeile gesäumt oberhalb des Strandes verläuft.

Unter den Menschen, die bis dahin einem Orchester gelauscht oder in Richtung des bekannten Hotels Negresco geschlendert waren, brach Panik aus. Der Fahrer versuchte offenbar, so viele Passanten wie möglich zu erfassen. «

Nach Angaben eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung fuhr der Attentäter die Strandpromenade bis zu zwei Kilometer weit entlang, ehe die Polizei die Todesfahrt nach mehreren Minuten stoppte. Vor seinem Tod lieferte sich der Täter einen Schusswechsel mit den Beamten.

Bewährungsstrafe wegen Gewalt
Der Attentäter mit Wohnsitz in Nizza war im März wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung verurteilt worden. Er sei wegen Waffengewalt zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, sagte Staatsanwalt Molins am Freitag in Nizza weiter. Dabei ging es nach Angaben der französischen Behörden um einen Streit nach einem Verkehrsunfall, bei dem der Mann eine Holzpalette auf seinen Kontrahenten geworfen habe.

Nach Angaben des Staatsanwalts war der Mann den Geheimdiensten «vollkommen unbekannt». Er sei auch in keiner Datenbank wegen möglicher Radikalisierung geführt worden. Vor seiner Erschiessung habe er mehrfach auf Polizisten geschossen.

Molins bestätigte, dass es kein Bekennerschreiben zu dem Anschlag gibt. Der Anschlag entspreche aber den «Mord-Appellen» von verschiedenen islamistischen Gruppen.

Verlängerung des Ausnahmezustands
Der französische Ministerpräsident Manuel Valls kündigte nach dem dritten schweren Anschlag in gut eineinhalb Jahren Härte an. «Frankreich wird sich dem Terror nicht ergeben», sagte er. Präsident François Hollande verlängerte den seit den Pariser Anschlägen im November vergangenen Jahres geltenden Ausnahmezustand, dessen Ende er nur Stunden zuvor angekündigt hatte, um weitere drei Monate.

Das Attentat löste weltweit Entsetzen aus. Aus vielen Dutzend Ländern kamen Solidaritätsbekundungen mit Frankreich. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann reagierte «tief erschüttert und betroffen». Er drückte Frankreich, das an seinem Nationalfeiertag angegriffen worden sei, im Namen der Schweiz seine Anteilnahme aus.

US-Präsident Barack Obama sagte: «Wir stehen in Solidarität und Partnerschaft an der Seite Frankreichs, unseres ältesten Alliierten.» Der russische Präsident Wladimir Putin mahnte: «Wir können den Terrorismus nur mit vereinten Kräften besiegen.»

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel appellierte, über alle Grenzen hinweg im Engagement gegen «blinden Fanatismus» zusammenzustehen. Und auch aus London, Rom und Madrid kamen Solidaritätsbekundungen. (sda)

Verfolgen Sie nochmals alle Entwicklungen zum Anschlag in Nizza in unserem Ticker:

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