Merkel erfreut, Linke spricht von "historischem Fehler"

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Reaktionen Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zufrieden mit dem knappen Ja des SPD-Sonderparteitags zu Koalitionsverhandlungen geäussert. Die Union strebe eine stabile Regierung an, bekräftigte die CDU-Vorsitzende gestern Abend. Grundlage der nun anstehenden Koalitionsverhandlungen sei das Sondierungspapier. Eine Vielzahl von Fragen sei aber noch zu klären. Es gehe jetzt darum, möglichst bald damit zu starten.

Kritik hagelte es hingegen von der Linkspartei. Die Vorsitzende Katja Kipping sagte: «Dass die SPD jetzt wieder in eine Grosse Koalition geht, halte ich für einen historischen Fehler.» Es drohe «die endgültige Atomisierung der deutschen Sozialdemokratie». Dies sage sie «mit grossem Bedauern», fügte Kipping hinzu. Denn ein weiteres Absinken der SPD in der Wählergunst sei «auch eine Niederlage für alle progressiven Kräfte links der CDU».

FDP-Chef Christian Lindner prophezeite gestern schwierige Verhandlungen: «Wenn die gesamte Führung für den Regierungseintritt wirbt, aber nur eine knappe Mehrheit des Parteitags folgt, ist das eine Hypothek.» Er befürchtete, dass die neue Regierung einen hohen Preis haben wird: «Widersprüche zwischen den Koalitionspartnern werden nach ‹Methode Merkel› nun vermutlich mit noch mehr Steuergeld zugeschüttet.» (dlw/sda)