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MASSENAUSWEISUNG: Krise nach Giftanschlag: Schweiz wartet ab

Die diplomatischen Massnahmen gegen Russland nach dem Giftanschlag auf einen Ex-Spion und dessen Tochter haben sich ausgeweitet. Auch die Nato sowie Australien und Irland beteiligen sich. Russland gibt den USA die Schuld an der Massenausweisung russischer Diplomaten.
Mehrere Länder weisen als Reaktion auf einen Giftanschlag russische Diplomaten aus. (Bild: BRITTA PEDERSEN (DPA-Zentralbild))

Mehrere Länder weisen als Reaktion auf einen Giftanschlag russische Diplomaten aus. (Bild: BRITTA PEDERSEN (DPA-Zentralbild))

"Das alles ist ein Ergebnis des kolossalen Drucks, den Washington leider als Werkzeug auf internationaler Ebene nutzt", sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Taschkent. Das Vorgehen spiegle lediglich den Willen der herrschenden Eliten wider, nicht jedoch den der einfachen Bürger.

Moskau werde bald reagieren. "Wir werden antworten. So eine Gemeinheit will niemand einfach hinnehmen, auch wir werden das nicht tun", sagte Lawrow. Nur die USA und Grossbritannien profitierten von den Massnahmen und der Fortsetzung des Russlands feindlichen Kurses, ergänzte Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa gemäss der Nachrichtenagentur Tass.

Die USA, Kanada, die Ukraine und zahlreiche EU-Länder hatten am Montag in einer bislang beispiellosen Gemeinschaftsaktion über 110 russische Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter ausgewiesen. Grossbritannien hatte zuvor bereits die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten angeordnet, was Russland mit einer gleichwertigen Vergeltungsmassnahme beantwortete.

Kosten und Konsequenzen

Die Nato folgte am Dienstag mit ihrer Reaktion. Insgesamt zehn russische Diplomaten sind davon betroffen. "Ich habe heute die Akkreditierung von sieben Mitarbeitern der russischen Vertretung bei der Nato entzogen", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel. Drei laufende Anträge auf eine Akkreditierung würden zudem abgelehnt.

Die Bündnisstaaten hätten zudem beschlossen, die Maximalgrösse der russischen Delegation von 30 auf 20 Personen zu begrenzen. "Das wird eine klare Botschaft an Russland senden, dass es Kosten und Konsequenzen für ihr inakzeptables Verhaltensmuster gibt", sagte Stoltenberg.

Auch Australien, Irland und die Republik Moldau schlossen sich am Dienstag der Aktion an und kündigten die Ausweisung russischer Diplomaten an. Australiens Regierung erwägt zudem ein Boykott der Fussball-Weltmeisterschaft in Russland in diesem Jahr. Island kündigte an, keine Funktionäre zu dem Wettkampf zu schicken.

"Wendepunkt"

Der britische Aussenminister Johnson nannte die massenhaften Ausweisungen einen "Wendepunkt" in den Beziehungen des Westens mit Russland. Es handle sich um einen "Schlag, von dem sich der russische Geheimdienst viele Jahre nicht erholen wird", schrieb Johnson in der Zeitung "Times".

Die britische Regierungschefin Teresa May kündigte ihrem Kabinett am Dienstag an, dass es auch eine längerfristige Antwort Grossbritanniens geben müsse. Dies geschehe in Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern, sagte ein Sprecher Mays.

Die britische Regierung macht Russland für den Giftangriff auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia vom 4. März im südenglischen Salisbury verantwortlich. Skripal und seine Tochter überlebten den Anschlag schwer verletzt.

Bei dem Attentat soll das in der Sowjetunion entwickelte militärische Nervengift Nowitschok eingesetzt worden sein. Russland weist den Vorwurf zurück und fordert gemeinsame Ermittlungen zu dem Vorfall.

Schweiz wartet Ergebnisse ab

Die Schweiz bekräftigte am Dienstag, dass sie den Giftanschlag von Salisbury "in aller Schärfe" verurteilt . Der abgestimmten Aktion zur Ausweisung russischer Diplomaten schliesst sie sich zunächst nicht an.

"Bevor die Schweiz allfällige Schlussfolgerungen zieht in Bezug auf die Hintergründe und Urheberschaft dieser Tat, müssen die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen abgewartet werden", teilte eine Sprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. (sda)

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