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Marokko: Verleger wegen angeblicher sexueller Übergriffe verurteilt

In Marokko ist ein bekannter Journalist und Verleger wegen sexueller Übergriffe zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Casablanca sprach Taoufik Bouachrine, der die Vorwürfe bis zuletzt bestritten hatte, am Freitagabend in allen Anklagepunkten schuldig.

In seinem Schlusswort sagte Bouachrine, er sei wegen seiner journalistischen Arbeit «Opfer eines politischen Prozesses» geworden, wie einer seiner Anwälte der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der Herausgeber der Zeitung «Akhbar al-Yaoum» («Nachrichten des Tages») war im Februar in den Räumen seiner Zeitung festgenommen worden und sass seitdem in Untersuchungshaft. Im März begann der Prozess hinter verschlossenen Türen. Die Staatsanwaltschaft legte ihm unter anderem Menschenhandel, versuchte Vergewaltigung und Vergewaltigung zu Last.

Bereits 2009 wurde gegen Bouachrine ermittelt

Nach seiner Verurteilung habe Bouachrine in seinem Schlusswort beklagt, «dass man in der arabischen Welt immer noch nicht versteht, was Pressefreiheit ist», sagte sein Anwalt Mohamed Ziane. Bouachrine geht demnach davon aus, dass seine kritischen Leitartikel über marokkanische Politiker wie den Landwirtschaftsminister Aziz Akhenouch sowie den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman der Hintergrund für den Prozess waren.

Ein Anwalt der Nebenkläger sagte dagegen, es habe sich um einen normalen Strafprozess «mit Beweisen und Opfern» gehandelt. Die Anklage stützte sich auf belastende Zeugenaussagen und rund 50 Sexvideos, die bei seiner Festnahme in Bouachrines Büro beschlagnahmt wurden. Dessen Anwälte bezeichneten die Aufnahmen als gefälscht. Ein Gutachter bestätigte im Prozess allerdings die Echtheit der Videos.

Bouachrine hatte nicht zum ersten Mal Probleme mit der marokkanischen Justiz: 2009 wurde wegen einer Karikatur gegen ihn ermittelt, die als respektlos gegenüber der königlichen Familie und der marokkanischen Flagge gewertet wurde. 2015 wurde ein Artikel moniert, der das «Ansehen Marokkos» verletzt habe. Anfang dieses Jahres wurde Bouachrine von zwei Ministern der Verleumdung beschuldigt. (sda/afp)

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